In eigener Sache: Tooldoku übersichtlicher

Regelmäßige Besucher_innen werden es schon bemerkt haben: Wir haben in den letzten Tagen an einigen Stellen der Tooldoku-Website geschraubt.

Screenshot neuer Tooldoku-KopfbereichDer Tooldoku-Blog war vor einigen Jahren gestartet worden, um die Entwicklung des ePartool zu begleiten und zu dokumentieren. Mittlerweile sind weitere Tools hinzu gekommen und die Entwicklung selbst findet nun dank des Gemeinschaftsprojekts jugend.beteiligen.jetzt in einem stabileren Rahmen statt.

Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, haben wir sowohl den Blog wie auch die weiteren Seiten etwas umstrukturiert und das Hauptmenü entschlackt. Damit die neuesten Blogbeiträge zu genau dem Tool, für das man sich gerade interessiert, schneller findet, gibt es nun für den Blog rechts eine Auswahlmöglichkeit »THEMEN & KATEGORIEN«.

Und nicht zuletzt haben wir auch den technischen Stand aktualisiert: Die Tooldoku-Website läuft nun auf PHP 7.

Fremde Inhalte einbinden und trotzdem „sicher“ bleiben?

Das Besondere am World Wide Web ist, dass alle Inhalte miteinander vernetzt sein können. Mit nur einem Klick gelangt man zu weiterführenden Informationen oder neuen Inhalten. Zugleich wurde auch das traditionelle Konzept von „Seiten“ durch das WWW dank seiner Vernetzungs- und Interaktionsmöglichkeiten deutlich erweitert. Neben Fließtext und Bildern kann eine Seite aus weiteren Elementen bestehen, die aus ganz unterschiedlichen Quellen interaktiv eingebunden sind: Youtube-Videos, aktuelle Podcasts, Instagram-Fotos, Tweets (Twitter) oder Präsentationen mit Prezi sind nur ein paar der bekannteren Beispiele.

Diese Einbinde-Möglichkeit hat aber auch ihre Kehrseite, da man selbst als Seitenbetreiber_in kaum mehr überblicken kann, was am Ende auf einer Seite zu sehen sein wird. Thematisch unpassende, aufdringliche Werbeanzeigen nerven; Tracking-Cookies von Werbetreibenden oder von Social Media Funktionen durchleuchten die Besucher_innen meist ohne Vorwarnung und ohne Opt-out-Möglichkeit.

Über solche unerwünschte Aspekte hinaus bedeutet die vernetzte Herangehensweise des World Wide Web auch, dass sogar gefährliche Inhalte in eigentlich harmlose Seiten hineingeraten können.

Typische Einfallstore

Die Einfallstore sind zum Einen die eigentlich willentlich eingebundenen externen Quellen und zum Anderen (unbewusst) bestehende Sicherheitslücken: Wenn die eigene Website durch ein Content Management System befüllt wird, finden sich trotz aller Sorgfalt immer wieder Schwachstellen in der Programmierung dieses Redaktionssystems. Gerade interaktive Funktionalitäten sind besonders gefährdet. Typische Beispiele sind hierfür

  • Formulare (Anmeldemasken, Registrierungsformulare, Fragebögen, Suchfelder), die die eingegebenen Daten nicht auf den eigentlich beabsichtigten Inhalt prüfen oder beschränken, sondern z.B. statt der Eingabe einer eMail-Adresse dann möglicherweise die Übertragung von Programmiercode erlauben;
  • Funktionen zum Hochladen von Dateien (im Kern ebenfalls Formulare), die es versäumen zu überprüfen, ob z.B. wirklich nur eine Grafik oder doch stattdessen Programmcode übertragen wurde;
  • Suchfilter oder andere Parameter, die von einer Seite an die nächste übergeben wurden und bei denen aufgrund mangelnder Überprüfung Code-Einschleusung nicht verhindert wurde.

Eine so präparierte Website kann dadurch ganz andere Inhalte anzeigen als ursprünglich beabsichtigt. Wenn Nutzer_innen dann per eMail oder über Social-Media eine Einladung erhalten die Seiten zu besuchen, können sie nur sehr schwer erkennen, dass die Inhalte manipuliert wurden. Die Web-Adresse sieht ja weiterhin vertrauenswürdig aus und selbst die möglicherweise vorhandene https-Verschlüsselung funktioniert wie eh und je.

Die Lösung naht: Fremde Quellen explizit durch CSP freigeben

Um diesem Dilemma etwas entgegenzusetzen, wurde das Konzept der »Content Security Policy« (CSP) ersonnen. Im Kern funktioniert es so, dass die Betreiber einer Website im Rahmen einer Liste (Whitelist) einzeln aufführt, von welchen fremden Quellen Inhalte überhaupt auf der Website erscheinen dürfen. Die Liste ist dabei in einzelne Sektionen unterteilt. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass für Audio und Video bestimmte Quellen zugelassen sind, Schriftarten oder eingebundene Fragebogen aber wiederum nur von anderen Quellen. Dadurch soll verhindert werden, dass eingebunde Quellen Inhalte mit ausliefern, die man als Betreiber_in einer Website nicht vorher eingeplant hat.
Dieses „Whitelisting“ hat allerdings eine Kehrseite: Nicht explizit freigegebene Quellen werden auch ohne weitere Erklärung unterdrückt. Wenn man beim Befüllen der Inhalte die Liste der Freigaben nicht im Kopf hat, wird man bei nicht-angezeigten Inhalten kaum die Ursache des Problems erkennen. Eine Einführung von CSP-Mechanismen sollte daher immer in enger Abstimmung zwischen den technisch und den redaktionell verantwortlichen Teams erfolgen.

Umsetzung von Content Security Policy im ePartool

Das ePartool unterstützt seit dem Frühjahr 2017, ab den Versionen 4.3.x, das Konzept der Content-Security-Policy.

Seither haben wir die Konfiguration noch etwas vereinheitlicht und verbessert. Die Quellen können in der Datei config.ini des ePartool eingetragen werden. Aus Sicherheitserwägungen heraus kann die Liste leider nicht bequem über die Redaktionsoberfläche verändert werden (da sie sonst angreifbar wäre und der Sicherheitsaspekt konterkariert würde). Wir liefern das ePartool bereits mit häufig benutzen Quellen aus, allerdings lohnt es sich auf jeden Fall, die Liste selbst noch zu überprüfen.

Der Aufbau und eine Übersicht der vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten finden sich in der config.ini-Beispieldatei, die im selben Ordner zu finden ist wie die config.ini selbst: tool/application/configs/config.local-example.ini

; CORS settings - contains list of allowed addresses from where can be loaded external resources
; allow address for specific type of resource
; for details see https://developer.mozilla.org/en-US/docs/Web/HTTP/Headers/Content-Security-Policy

; Serves as a fallback for the other fetch directives
; cors.default-src[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources of application manifest files - <link rel=manifest>
; cors.manifest-src[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources for loading media using the <audio> and <video> elements - <video> <audio> <source> <track>
; cors.media-src[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources for the <object>, <embed>, and <applet> elements
; cors.object-src[] = "*.example.com"

; Restricts the URLs which can be used as the target of a form submissions from a given context
; cors.form-action[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources of images and favicons
; cors.img-src[] = "data: *.example.com"

; Specifies valid sources for fonts loaded using @font-face
; cors.font-src[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources for JavaScript
; cors.script-src[] = "*.example.com"

; Specifies valid sources for stylesheets - <link rel=stylesheet>
; cors.style-src[] = "*.example.com"

; Restricts the URLs which can be loaded using script interfaces - XmlHttpRequest() WebSocket() EventSource() sendBeacon() fetch()
; cors.connect-src[] = "example.com"

; Defines the valid sources for web workers and nested browsing contexts loaded using elements such as <frame> and <iframe>
; cors.child-src[] = "*.example.com"

 

Browserunterstützung: Fast alle sind dabei

CSP wurde bereits weiter entwickelt und ist derzeit in der zweiten Ausbaustufe technisch definiert. Während die Grundfunktionen mittlerweile in den meisten Browsern Einzug gefunden haben, wird der aktuelle Level 2 des Content Security Policy Konzepts vom Opera Mini und dem Internet Explorer 11 nicht unterstützt (aber vom Microsoft-Edge-Browser). Detaillierte Informationen hierzu finden sich bei »Can I Use …« unter https://caniuse.com/#search=csp

ePartool: Mindestvoraussetzungen aktualisiert (PHP 7, MySQL 5.6)

Im August 2015 haben wir zum letzten Mal die Mindestanforderungen für den Betrieb des ePartool aktualisiert. Seitdem hat sich das Internet und seine Technologien bedeutend weiter entwickelt. Auch wollen wir Sicherheitsaspekte für Nutzende und Betreiber_innen im Auge behalten.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Unterstützung für (sehr) veraltete Server einzustellen. Konkret bedeutet das, dass wir künftig als Datenbank-Server MySQL 5.6 oder neuer voraussetzen. Diese Version steht seit Februar 2013 zur Verfügung. Außerdem wird unsere Entwicklung nur noch mit PHP ab Version 7.0 getestet, das im Dezember 2015 erschienen ist. Derzeit wird das ePartool voraussichtlich noch auf Webhostings mit PHP 5.6 laufen; das werden wir jedoch nicht mehr garantieren.

Bei Problemen mit der Umstellung sind wir gerne behilflich.

Hilfe, wir wurden gehackt! – Sicherheit bei digitalen Angeboten

Beinahe täglich werden Fälle von Sicherheitslücken, Hackingangriffen und „Datendiebstahl“ veröffentlicht. Davon auszugehen, dass man mit einem kleinen Internetangebot im Netz unattraktiv für Angriffe ist, erweist sich als Trugschluss. Es trifft große und kleine Plattformen, Onlinehops oder Websites gleichermaßen: Automatisiert werden Sicherheitslücken ausgenutzt, um Schadsoftware weiterzuverbreiten, Passwörter abzugreifen oder Spam zu verteilen. Schutzmaßnahmen gegen solche Angriffe müssen heute bereits Bestandteil der Planung eines Internetangebots sein. Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich mitunter mit geringem Aufwand die Integrität der eigenen Plattform und die Sicherheit der Teilnehmenden deutlich erhöhen.

Grafik: GR8DAN, CC0 1.0 (https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Der Aufbau neuer Angebote im Netz ist eine spannende und oft anspruchsvolle Aufgabe: Es gilt – zumeist in Kooperation – die detaillierte Funktionalität zu entwickeln, ein passendes Design abzustimmen und immer wieder in Bereichen, die vorher noch nicht ganz durchdacht waren, nachzusteuern. Während man sich in der Regel darüber im Klaren ist, dass sich die Inhalte einer neuen Plattform später noch weiter entwickeln werden, werden Aspekte wie Zugänglichkeit, Hilfen in leichter oder einfacher Sprache oder Sicherheit eher nur zu Beginn thematisiert und umgesetzt. Sobald das Web-Angebot online ist, wird diesen Aspekten kaum noch Beachtung geschenkt: Die Website scheint ja nach bestem Wissen abgesichert; und auch für Menschen mit mobilen oder visuellen Einschränkungen vorbereitet zu sein. Also nichts mehr zu tun, oder?

Der Schrecken ist groß, wenn man nach einer Weile merkwürdige Beiträge auf seiner Site entdeckt, wenn aus unerklärlichen Gründen der Speicherbedarf riesengroß wurde oder der Provider auf einen möglichen Einbruch hinweist.

Was bedeutet eigentlich ein Hackingangriff und warum ist er schlimm?

Hinter einem Angriff steckt nur selten eine konkrete Person. Meist handelt es sich um Programme, insbesondere spezialisierte Bots, die systematisch nach Schwachstellen auf Internetservern suchen. Diese Schwachstellen werden dann von den Bots selbst oder von Anderen für unerwünschte Aktivitäten ausgenutzt.

Konkret sind Schwachstellen z. B. häufig in Formularen zu finden, die die Nutzerdaten nicht sicher von unerwünschten Eingaben befreien: Eine Internetsite kann dadurch dazu gebracht werden, die Eingabe nicht als Daten, sondern als Befehle zu interpretieren. Aber auch das „Einklinken“ fremder Inhalte ist häufig zu leicht möglich.

Für Betreiber*innen von betroffenen Internetangeboten bedeutet das eine Reihe von Problemen. Am offensichtlichsten sind das Abfließen von personenbezogenen Daten, das Abgreifen von Login-Daten (weil viele Nutzer*innen dasselbe Passwort oft auch woanders verwenden), das Einbauen von unerwünschten Inhalten oder das Verteilen von Schadsoftware und Spam-Mails vom Server aus.

Auch kleine Websites sind für Angreifer*innen interessant: Sie können genutzt werden, um monatelang unbemerkt illegale Downloads in allen ihren Facetten anzubieten oder um die Website als Teil eines Botnets einzusetzen, das andere Server durch millionenfache Anfragen in die Unbenutzbarkeit kickt.

Neben den direkten Konsequenzen für die Website-Besucher*innen kommen überdies auch weitere Folgen auf die Betreiber*innen zu: Suchmaschinen könnten das Internetangebot auf ihre schwarze Liste gefährlicher Sites nehmen. Bei nachgewiesener Nachlässigkeit drohen Kündigung durch den Provider oder gar juristische Konsequenzen. Und nicht zu vergessen ist der Vertrauensverlust bei den Nutzer*innen, der lange Zeit nachhallen wird.

Das beste Mittel: Es gar nicht so weit kommen lassen

Betreiber*innen sollten sich daher schon vorher regelmäßig darum kümmern, dass das eigene Internetangebot aktuellen Sicherheitsanforderungen genügt. In den meisten Fällen wird man die zugrundeliegende Software auf dem Server nicht selbst entwickelt haben, sondern vorgefertigte Content-Management-Systeme wie Typo3 oder WordPress einsetzen. Die wichtigste Regel hierbei lautet, dass alle Updates dieser Systeme so schnell wie möglich auf dem eigenen Server eingespielt werden sollten: Wo Schwachstellen beseitigt wurden, hat ein Einbruchsversuch geringere Aussicht auf Erfolg. Oben genannte CMS werden beim Einrichten einer Website häufig durch Plug-ins erweitert, deren Qualität sehr unterschiedlich ist. Hier sollten diejenigen, die die Auswahl der Plug-ins treffen, auch die Zukunft im Blick haben: Wenn Plug-ins nicht mehr aktiv weiterentwickelt werden, ist davon auszugehen, dass früher oder später Schwachstellen auftreten, die dann nur mit professioneller Hilfe oder gar nicht mehr abgesichert werden können.

Gleichzeitig gibt es sehr hilfreiche Plug-ins, die beispielsweise Kommentarfelder auf mögliche Spambots überprüfen und so unerwünschte Nachrichten auf der eigenen Website sogar abwehren können.

Um zeitnahe Updates sicherzustellen, muss man nicht täglich alle Hersteller-Websites abklappern: Automatische Benachrichtigungen und Newsletter können behilflich sein. Eine Überprüfung auf Aktualisierungen benötigt häufig weniger als eine Stunde pro Vierteljahr – und sollte im besten Fall sogar täglich geschehen.

Sollte der Server nicht bei einem Webhosting-Provider angemietet worden sein, sondern selbst aufgesetzt und betrieben werden, dürfen die regelmäßigen Updates fürs Betriebssystem und die darauf laufenden Dienste wie Programmiersprachen, Web- und Datenbank-Server nicht vernachlässigt werden.

Zugangspasswörter von Nutzer*innen zu schützen, ist eine der Kernverantwortlichkeiten von Anbieter*innen. So muss z. B. verhindert werden, dass das System endlos neue Login-Versuche mit zufälligen Passwörtern zulässt. Gut ist es, wenn jeder fehlerhafte Login-Versuch eine kurze Zwangspause nach sich zieht. Damit können Angreifer*innen statt tausender Testballons nur noch wenige Anfragen im selben Zeitraum senden.

Auf älteren Internetangeboten werden Passwörter häufig nicht so hinterlegt, dass sie gegen Auslesen geschützt sind. Dies ist besonders problematisch, da Nutzer*innen oftmals dieselben Passwörter auf verschiedenen Sites verwenden. Ein Abgreifen auf einem Server zieht also Probleme auf weiteren Angeboten nach sich. Auf keinen Fall sollten Passwörter im Klartext abgespeichert sein. Durch das Bilden eines „Hash“, einer Art Quersumme bestehend aus mehreren Zeichen, können Betreiber*innen sogar ganz davon absehen, das tatsächliche Passwort auf dem Server zu hinterlegen: Die Kennworteingabe wird einfach ebenfalls „gehasht“ und mit dem hinterlegten Wert verglichen. Die Standards dieser Absicherung haben sich im Laufe der Jahre verändert. Bei älteren Sites ist daher möglicherweise der Umstieg auf einen neueren Standard ratsam. Das bedeutet jedoch, dass alle Nutzer*innen ihre Passwörter selbst einmal neu vergeben müssen: Neue Kennwörter unverschlüsselt per E-Mail zu verschicken ist dabei keine gute Idee.

Eine Verbindungsverschlüsselung zum Internetangebot sollte heutzutage Standard sein: Erst wenn Nutzer*innen eine Website über https statt über http aufrufen können, ist die Eingabe personenbezogener Daten und Passwörtern vor fremden Einblick abgesichert. Das gilt übrigens auch für die administrativen oder redaktionellen Logins, die man zum Pflegen der Inhalte braucht.

Hilfreich bei der Einschätzung von möglichen Sicherheitslücken sind Dienste wie das Mozilla-Observatory, das ein Internetangebot auf viele potenzielle Angriffspunkte überprüft und hilfreiche Infos zum Absichern gibt. Dabei muss man jedoch stets Augenmaß behalten: Nicht alle Absicherungen sind sinnvoll, wenn dadurch das Internetangebot nur noch umständlich nutzbar wird und Nutzer*innen möglicherweise fernhält.

Websites, die nicht mehr aktiv bespielt werden, sondern lediglich aus dokumentarischen Zwecken online erreichbar bleiben sollen, kann man überdies auch für lange Zeit absichern, wenn alle datenbankgenerierten Inhalte einmalig als statische Seiten exportiert werden und der Datenbankserver abgeschaltet wird. Da alte Projektwebsites in der Regel seltener aufgerufen werden, könnte ein Servereinbruch eine Weile unbemerkt bleiben.

Auch ist „automatisches Vergessen“, d. h. automatisiertes Löschen nach einem gewissen Zeitraum, ein guter Ansatz. Nicht mehr benötigte Daten werden entfernt, bevor sie für unerwünschte Zwecke missbraucht werden können.

Grundsätzlich gilt: Alle Daten, die nicht erhoben werden, können später auch nicht in fremde Hände abwandern. Das Prinzip der Datensparsamkeit ist also weiterhin eine sinnvolle Herangehensweise. Und Hand aufs Herz: Benötigt man von Nutzer*innen wirklich alle Angaben – von Alter über Stadtteil bis hin zu Hobbys?

Sich als Anwender*in schützen

Entgegen der landläufigen Meinung stellen nicht Antivirus-Programme das A und O der Absicherung dar, sondern regelmäßige Updates des genutzten Betriebssystems und der darauf laufenden Software. Ein Antivirus-Programm kann sogar neue Sicherheitslücken ins System reißen, so dass manche renommierte Entwickler*innen sogar gegen Antivirus-Programme wettern.

Passwörter sollten eher lang (14 Zeichen oder mehr) und mit einer Eselsbrücke zu merken sein. Kurze, aber kryptische Kombinationen führen eher dazu, dass man die Passwörter vergisst. Da Angreifer*innen in sogenannten Brute-Force-Attacken einfach alle möglichen Kombinationen durchprobieren, ist jedes Extrazeichen ein deutlicher Sicherheitszugewinn: Allein wenn man die 26 Buchstaben in Groß- und Kleinbuchstaben und die Ziffern 0-9 heranzieht, dann bedeutet jedes zusätzliche Zeichen eine 62-fach höhere Sicherheit! Empfehlenswert ist natürlich auch der Rückgriff auf Sonderzeichen an unerwarteter Stelle, dann sind Attacken auf Basis von Wörterbüchern weniger Erfolg versprechend.

Überraschend ist möglicherweise auch die Erkenntnis, dass Adblocker, also Browser-Erweiterungen, die das Einblenden von Werbung verhindern sollen, den eigenen Rechner auch besser absichern: Leider ist in der Vergangenheit gerade über die Werbenetzwerke, die selbst auf großen Onlinemagazinen zum Einsatz kommen, oftmals Schadsoftware an die Besucher*innen verteilt worden.

Und wenn doch einmal etwas schiefläuft

Wenn doch einmal ein Servereinbruch stattgefunden hat, dann gilt es dennoch Ruhe zu bewahren. Die betroffenen Dienste sollten so schnell wie möglich offline genommen werden, bis sie wieder in abgesicherter Weise zur Verfügung stehen. Auch den Nutzer*innen gegenüber sollte man transparent sein: Dies zeigt, dass man vertrauenswürdig bleibt selbst in Problemsituationen. „Security by obscurity“, also Sicherheit durch Verheimlichen vorzutäuschen wird langfristig nicht helfen. Auf Sicherheitslücken spezialisierte Suchmaschinen stehen in den Tiefen des Internets schon zur Verfügung.

CC BY 3.0 DE
Tim Schrock arbeitet beim Deutschen Bundesjugendring und ist innerhalb des Projekts jugend.beteiligen.jetzt zuständig für die Entwicklung digitaler Tools für Jugendbeteiligung.

Uns und unsere Tools kennen lernen – Besucht uns auf dem DJHT!

Logo jbj

jugend.beteiligen.jetzt beim 16. DJHT

Vom 28. bis 30. März findet in Düsseldorf der Deutsche Jugendhilfetag (DJHT) statt. Im Rahmen der Messe und der parallel stattfindenden Fachkongresse wird auch unser Gemeinschaftsprojekt jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation zugegen sein. Am Mittwochmorgen führen wir einen Workshop auf dem Fachkongress unter dem Titel „Jugendbeteiligung mit digitalen Werkzeugen“ durch. Interessierte sind herzlich eingeladen! (Raum 14, Mittwoch, 29.03., 9:00-10:00 Uhr)

Durchgängig sind wir außerdem zu finden mit einer Themeninsel am Messestand der Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ (Halle 3, C 17). Wir freuen uns auf Gespräche mit euch!

Weitere Infos zu weiteren Aktivitäten des Projekts jugend.beteiligen.jetzt auf dem DJHT finden sich unter https://jugend.beteiligen.jetzt/aktuelles/news/jugendbeteiligenjetzt-beim-djht.

 

Digitale Tools und Mehrsprachigkeit – ePartool

Das ePartool ist ursprünglich für die deutsche Umsetzung des europäischen Strukturierten Dialogs mit der Jugend entwickelt worden. Allerdings gab es bereits vor drei Jahren mehrere Gespräche mit der EU-Kommission, da sie Ideen und Teile des ePartools für europäische Konsultationen übernehmen wollten. Auch aus diesem Grund begannen wir damit, das ePartool besser darauf vorzubereiten, dass es auch in mehrsprachigen Szenarien eingesetzt werden kann.

Kern einer Internationalisierung bzw. Lokalisierung für verschiedene Sprachen sind Sprachdateien. Das bedeutet, dass einzelne Meldungen des Systems, Buttons, Beschriftungen usw. nicht direkt im Quelltext der Programmierung zu finden sind, sondern über Platzhalter die jeweils ausgewählte Sprachversion „eingestempelt“ wird. Zur Übersetzung muss später also nur die einzelne Sprachdatei überarbeitet und nicht die gesamte Programmierung durchsucht werden.

Screenshot Testversion Tschechisch

Bei Mehrsprachigkeit müssen auch die verfügbaren Schriften alle notwendigen Zeichen abdecken, sonst sieht’s schnell komisch aus.

Derzeit wird das ePartool in mehrere Sprachen übersetzt: Neben der bestehenden deutschen und englischen Version sind Übersetzungen ins Französische, Spanische, Polnisch, Tschechische, Russische und sogar ins Arabische bereits recht weit fortgeschritten. Wie immer liegt der Teufel im Detail.

  • Die Konzepte hinter den verschiedenen Begriffen im ePartool müssen für die Übersetzenden nachvollziehbar sein. Und dann müssen sie noch einen guten Begriff in ihrer Zielsprache finden. Hier sind auch die späteren Nutzergruppen zu berücksichtigen. Solche Fragen müssen wir uns auch in der deutschen Entwicklung immer wieder stellen: Ist „Konsultation“ ein guter Ausdruck oder wäre „Beteiligungsrunde“ besser zu verstehen?
  • Sprachen benötigen eine unterschiedliche Anzahl von Buchstaben, um Dinge auszudrücken. Reicht hierfür stets der Platz?
  • Was ist in der jeweiligen Sprache üblich: Werden die Nutzer*innen direkt angesprochen oder formuliert man Systemmeldungen eher in der dritten Person?
    – Die Darstellung von Datum und Uhrzeitangaben oder Zahlen (Tausender/Dezimalstellen) sind sehr unterschiedlich.
  • Screenshot Testversion Russisch

    Manche Sprachen benötigen mehr Buchstaben als andere.

  • Welche Auswirkungen haben Übersetzungen auf die Gestaltung das „Graphical User Interface“ (Nutzeroberfläche)? Gerade wenn man wie im Arabischen von rechts nach links schreibt, sind auf europäische Sprachen ausgerichtete Pfeile und Grafiksymbole möglicherweise gar nicht mehr passend.
  • Überlegt werden muss auch, wie weit die Mehrsprachigkeit gehen soll: Ist der bestehende Sprachumschalter im Adminbereich ausreichend oder sollen Nutzer*innen selbst die Sprache für sich umschalten können? Was passiert mit den Inhalten, die nur einsprachig verfügbar sind?

Wir widmen uns Stück diesen Aufgaben, damit das ePartool und bald auch die anderen Tools in vielen Sprachen nutzbar werden. Wenn ihr uns bei der Übertragung in weitere Sprachen unterstützen wollt, sprecht uns gerne an!

Tools vor Ort kennen lernen: Seminar „Jugendbeteiligung.digital“ in Gauting

Vom 8. – 10. März sind wir unterwegs in Bayern. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts jugend.beteiligen.jetzt findet ein Seminar zu digitaler Jugendbeteiligung am Institut für Jugendarbeit statt. Wir berichten über unsere Arbeit und diskutieren dort mit den Teilnehmenden über den Einsatz digitaler Tools. Weitere Infos zum Seminar gibt’s direkt auf der Website des Instituts:

Jugendbeteiligung.digital – Partizipation in der digital geprägten Gesellschaft

Wollen Sie nicht, dass diese Atombombe gezündet wird? Ja / Nein.

Zugegeben, das Beispiel aus der Überschrift ist etwas weit hergeholt. Aber es verdeutlicht die Herausforderungen bei der Entwicklung gut verständlicher Nutzerführung: Schneller als man denkt, hat man bei solchen Formulierungen die falsche Option angeklickt.

Auch im ePartool finden sich noch einige Funktionen, die verwirrend formuliert sind: Auswahlmöglichkeiten wie „Artikel noch nicht veröffentlichen: ja/nein“ oder „Zeige kein vollständiges Datum: ja/nein“ sind gerade durch die doppelte Verneinung sehr fehleranfällig. Dieses Problem betrifft nicht nur die Nutzer_innen, sondern auch alle, die an der Programmentwicklung arbeiten.

Zudem funktionieren die deutsche und die englische Sprache hier unterschiedlich – im Deutschen würde man auf die Frage „Du arbeitest am Samstag nicht, oder?“ ein „Nein, ich arbeite nicht“ antworten, im Englischen hingegen ein „Yes (I agree), ich arbeite nicht“.

In Vorbereitung auf die weiteren Sprachversionen des ePartool durchkämmen wir derzeit die Programmierung und Datenbankdefinitionen auf solche Stolperfallen.

Spin-Offs: Synergien durch Ausgliedern einzelner Tool-Funktionen

OpenSource-Software mit einer entsprechend freien Lizenz bietet die Möglichkeit, auf bestehenden Entwicklungen aufzubauen und diese auch in anderen Projekten weiterzuverwenden. Im ePartool verwenden wir zahlreiche OpenSource-Entwicklungen aus der Community.

Im Rahmen unserer Tool-Entwicklung versuchen wir Möglichkeiten zu finden, dass auch bestimmte Module oder Einzelfunktionen unserer Tools in anderen Projekten verwendet werden können. Dazu müssen zwar Bestandteile möglicherweise extra ausgegliedert werden, aber der im Vergleich zur (Neu-)Entwicklung eher geringe Zusatzaufwand kann sich lohnen: Der Gedanke dahinter ist, dass die Ressourcen, die wir in die Entwicklung von Werkzeugen stecken, nicht ausschließlich in eigenen Tools „vergraben“ werden sollten. Einige der Funktionen können auch in anderen Projekten nützlich sein.

Unser Ziel ist dabei, dass das Zurverfügungstellen einzelner Bausteine für Andere dabei stets unter einer möglichst wenig beschränkenden OpenSource-Lizenz erfolgen und auf einer öffentlichen Plattform wie Github zu beziehen sein soll. Dieses Ausgliedern von Modulen führt im Idealfall dazu, dass diese von anderen Entwickler*innen aufgegriffen und für weitere Einsatzzwecke angepasst werden. Diese Veränderungen können wiederum auch in unsere Projekte zurückfließen.

Das größte daraus bisher entstandende Projekt ist „Bootstrap UI“: „a Bootstrap extension for building beautiful web app user interfaces.“. Dank dieses Projekts können komfortable Benutzeroberflächen schneller und schöner gestaltet werden. Das Projekt entstand in mehreren Jahren der ePartool-Entwicklung und wird mittlerweile von der Prager Agentur VisionApps ohne unser Zutun weiterentwickelt. Auf der dafür eingerichteten eigenen Website steht eine Demoversion zum Testen zur Verfügung (auf „Demo“ klicken, die E-Mail-/Passwortfelder ignorieren und einfach auf „Sign In“ gehen).

Screenshot der Bootstrap UI Demoversion

Screenshot: demo.bootstrap-ui.com (© VisionApps | MIT-Lizenz)

Ein kleineres Helferlein, das erst dieses Jahr entstand ist ein Video-ID-Extraktor, damit Websites ohne eigene Streaming-Infrastruktur komfortabel und einheitlich Videos aus anderen Quellen einbinden können: Nutzer*innen müssen nicht mehr darauf achten, wie das Video jeweils genau anzusteuern ist und kann im weiteren Verlauf daher das Umschalten zwischen Desktop- und Mobilversionen hilfreich sein.

Falls ihr in unseren Projekten weitere interessante Teil-Module entdeckt, die ihr gerne woanders nutzen wollt, wendet euch gerne an uns!

In eigener Sache: tooldoku.dbjr.de ab sofort automatisch verschlüsselt

Seit heute ist für den Tooldoku-Blog ein Verschlüsselungszertifikat installiert. Bei Aufruf von tooldoku.dbjr.de werdet ihr automatisch auf die verschlüsselte Site https://tooldoku.dbjr.de weitergeleitet. Damit sind das Surfen auf unserer Dokumentations-Website sowie vor allem der Download des ePartool-Installers besser vor Eingriffen geschützt.