Tool-Tipp: Mit »DeepL Translator« gut verständlich übersetzen

Zwar ist es schon eine Weile her, als automatische Übersetzungsdienste „Bill Clinton“ noch falsch als „Rechnung Clinton“ ins Deutsche übertrugen, von Perfektion sind die bekannten Übersetzer von Google und Microsoft Bing trotzdem noch weit entfernt.

Das neue Angebot des in Deutschland beheimateten Unternehmens DeepL, das auch das bekannte Onlinewörterbuch Linguee betreibt, setzt nun auf neuronale Netzwerke und bietet einen komfortablen und sehr hochwertigen, automatischen Übersetzungsdienst an: Der kostenlose »DeepL Translator« ist erreichbar unter https://www.deepl.com/translator.

Unsere stichprobenartigen Tests ergaben, dass auch Texte mit Jugendarbeitsbezug gut lesbar in verschiedene Sprachen übertragen wurden. Sicherlich ist die automatische Übersetzung noch deutlich von einer muttersprachlichen Übersetzung zu unterscheiden, allerdings blieben die geprüften Textbeispiele im Gegensatz zu anderen Diensten gut verständlich. Falsch übersetzte Begriffe stellen bei DeepL ebenfalls kein Problem dar: Einfach auf ein falsch übersetztes Wort klicken und schon erhält man vom System mehrere Alternativvorschläge zur Auswahl.

Datenschutz: Wie bei allen kostenlos zur Verfügung stehenden Diensten im Netz muss man sich bewusst sein, dass die übertragenen Daten (also eure Texte) auf einem euch nicht bekannten Server verarbeitet und dort gespeichert werden können.

Bisher sind die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch und Spanisch verfügbar. Im Zweifelsfall muss die Ausgangssprache nicht ausgewählt werden, sondern wird automatisch erkannt. Als weitere Sprachen angekündigt sind bereits Portugiesisch, Russisch, Japanisch und Mandarin.

Lesetipp: Gebärdensprache – Lautlos in der IT-Welt

Im IT-Bereich werden mit neuen Entwicklungen auch ständig neue Wörter eingeführt. Manche finden schnell ihren Weg in den allgemeinen Wortschatz – aber wie werden eigentlich diese Begriffe in Gebärdensprache ausgedrückt? Das Nachrichtenportal Golem.de hat einen sehr interessanten Artikel darüber veröffentlicht, wie Gehörlose mit den zahlreichen Abkürzungen und Anglizismen der IT-Welt in Gebärdensprache umgehen, auf welche Probleme sie stoßen und welche Lösungen es gibt.

https://www.golem.de/news/gebaerdensprache-lautlos-in-der-it-welt-1708-129151.html

Antragsgrün 3.6.9: Jetzt auch auf Französisch

Gestern erschien die Version 3.6.9 von Antragsgrün, die erstmals eine französische Übersetzung mit sich bringt.

Darüber hinaus wurden Fehler beseitigt, wie z.B. ein Problem mit einer nicht mehr aufgehobenen Fettung im Text beim PDF-Export und das Übernehmen von Änderungsanträgen, das unter der sehr alten PHP-Version 5.5 nicht funktionierte.

Alle Infos wie immer unter https://github.com/CatoTH/antragsgruen/blob/v3/History.md (englisch).

ePartool 4.4.0: Mehr Sprachen und Detailverbesserungen

Mit Version 4.4.0 des ePartool haben wir weiter an der technischen Basis gearbeitet und konzentrieren uns auf modernere Entwicklungsmöglichkeiten. Endlich sind auch weitere Sprachen integraler Bestandteil des ePartool.

Neu: Französisch, Polnisch, Tschechisch, Russisch und Arabisch

Das ePartool ist nun allgemein in mehreren Sprachen verfügbar: Neben den bisher bereits verfügbaren Versionen Deutsch und Englisch stehen nun auch Französisch, Polnisch, Tschechisch, Russisch und in einer ersten Testversion Arabisch zum Ausprobieren bereit. Die arabische Übersetzung ist allerdings noch nicht zum praktischen Einsatz bereit, da die Grafikelemente des ePartool noch nicht an eine Rechts-nach-Links-Schreibung angepasst sind.

Sprachauswahl im Admin-BereichDie Sprache der Plattform wird zentral eingestellt und kann nur von Administrator_innen im Redaktionsbereich verändert werden. Alle Besucher_innen der Plattform verwenden dann jeweils die eingestellte Sprache.

Detailverbesserungen

Die Datenbankdefinition wurde weiter vereinheitlicht, so dass Marker einer einheitlicheren Logik folgen (bisher gab es bei verschiedenen Tabellen inkonsistente Umsetzungen wie z.B. „Veröffentlichen“/„Noch nicht veröffentlichen”). Auch haben wir unklare Standardeinstellungen noch einmal überdacht und geklärt.

Bestimmte Skripte werden künftig nur noch dann geladen, wenn sie auch wirklich gebraucht werden, wie z.B. die Loginmöglichkeit mittels Google-Account. Dies wirkt sich positiv auf die Lade- und Ausführungszeit der Seiten aus.

Keine Phantom-Reaktionen mehr in der Dokumentenansicht

Wer sich über Reaktionen zur Beteiligungsrunde ansehen möchte, konnte diese Reaktionen einerseits als alleinstehende „Schnippsel“ oder im Kontext ihrer Veröffentlichung (z.B. als Beschlussdokument) ansehen. In dieser Gesamtansicht eines Reaktionsdokuments kann dann zwischen verschiedenen Abschnitten gewechselt werden und man erfährt, auf welche Beiträge andere Absätze die Reaktion darstellen. In der Realität gab es allerdings in den meisten Dokumenten zahlreiche Abschnitte, die keinerlei konkreten Bezug auf eine Beteiligungsrunde nehmen. Bisher zeigte das ePartool hier dennoch die Möglichkeit dem Verlauf/Pfad zu folgen. Das führte leicht zu Frustration, denn Pfade hatten oft keine weiteren Schritte. Nun haben wir auch dieses Problem gelöst: Die Dokumentenansicht von Reaktionen zeigt nur noch bei denjenigen Abschnitten einen „Folgen“-Button an, bei denen es wirklich etwas zu sehen gibt.

Reaktionsdokument: Folge VerlaufDer Bereich „Reaktionen und Wirkungen” ist sicherlich einer der spannendsten Bereiche des ePartool, allerdings technisch auch im Augenblick noch unser Sorgenkind. Da die verschiedenen Module ursprünglich von verschiedenen Programmierteams stammen, haben aufgrund der zusammenhängenden Logik von Beteiligungsrunden derzeit Veränderungen an einem Bereich oft unerwartete Konsequenzen in anderen Bereichen. Die interaktive Zeitleiste bei Reaktionen auf Beiträge produziert bei komplexeren Verknüpfungen derzeit öfters fehlerhafte Ansichten. Für Ende Juni ist daher die nächste Version des ePartool mit einer Komplettüberarbeitung dieses Moduls geplant.

Mehrsprachiger Installer bei Antragsgrün

Seit Kurzem stellt Antragsgrün auch eine englische Installationshilfe zur Verfügung. Weiterhin wurde das Installationspaket entrümpelt, so dass beim Entpacken unter Windows keine Warnmeldungen zu symbolischen Verknüpfungen mehr auftreten.

Neu ist, dass die Frist zur Einreichung von Anträgen und Änderungsanträgen nun auch für das Sammeln von Unterstützer*innen gilt. Des Weiteren wurden Fehler im Bereich der Konfigurationsseite und beim Export in PDFs behoben.

Der komplette Changelog befindet sich wie immer unter https://github.com/CatoTH/antragsgruen/blob/v3/History.md. Das fertige Installationspaket für Webhostings in Version 3.6.8 kann heruntergeladen werden unter https://www.hoessl.eu/antragsgruen/antragsgruen-3.6.8.tar.bz2.

Digitale Tools und Mehrsprachigkeit – ePartool

Das ePartool ist ursprünglich für die deutsche Umsetzung des europäischen Strukturierten Dialogs mit der Jugend entwickelt worden. Allerdings gab es bereits vor drei Jahren mehrere Gespräche mit der EU-Kommission, da sie Ideen und Teile des ePartools für europäische Konsultationen übernehmen wollten. Auch aus diesem Grund begannen wir damit, das ePartool besser darauf vorzubereiten, dass es auch in mehrsprachigen Szenarien eingesetzt werden kann.

Kern einer Internationalisierung bzw. Lokalisierung für verschiedene Sprachen sind Sprachdateien. Das bedeutet, dass einzelne Meldungen des Systems, Buttons, Beschriftungen usw. nicht direkt im Quelltext der Programmierung zu finden sind, sondern über Platzhalter die jeweils ausgewählte Sprachversion „eingestempelt“ wird. Zur Übersetzung muss später also nur die einzelne Sprachdatei überarbeitet und nicht die gesamte Programmierung durchsucht werden.

Screenshot Testversion Tschechisch

Bei Mehrsprachigkeit müssen auch die verfügbaren Schriften alle notwendigen Zeichen abdecken, sonst sieht’s schnell komisch aus.

Derzeit wird das ePartool in mehrere Sprachen übersetzt: Neben der bestehenden deutschen und englischen Version sind Übersetzungen ins Französische, Spanische, Polnisch, Tschechische, Russische und sogar ins Arabische bereits recht weit fortgeschritten. Wie immer liegt der Teufel im Detail.

  • Die Konzepte hinter den verschiedenen Begriffen im ePartool müssen für die Übersetzenden nachvollziehbar sein. Und dann müssen sie noch einen guten Begriff in ihrer Zielsprache finden. Hier sind auch die späteren Nutzergruppen zu berücksichtigen. Solche Fragen müssen wir uns auch in der deutschen Entwicklung immer wieder stellen: Ist „Konsultation“ ein guter Ausdruck oder wäre „Beteiligungsrunde“ besser zu verstehen?
  • Sprachen benötigen eine unterschiedliche Anzahl von Buchstaben, um Dinge auszudrücken. Reicht hierfür stets der Platz?
  • Was ist in der jeweiligen Sprache üblich: Werden die Nutzer*innen direkt angesprochen oder formuliert man Systemmeldungen eher in der dritten Person?
    – Die Darstellung von Datum und Uhrzeitangaben oder Zahlen (Tausender/Dezimalstellen) sind sehr unterschiedlich.
  • Screenshot Testversion Russisch

    Manche Sprachen benötigen mehr Buchstaben als andere.

  • Welche Auswirkungen haben Übersetzungen auf die Gestaltung das „Graphical User Interface“ (Nutzeroberfläche)? Gerade wenn man wie im Arabischen von rechts nach links schreibt, sind auf europäische Sprachen ausgerichtete Pfeile und Grafiksymbole möglicherweise gar nicht mehr passend.
  • Überlegt werden muss auch, wie weit die Mehrsprachigkeit gehen soll: Ist der bestehende Sprachumschalter im Adminbereich ausreichend oder sollen Nutzer*innen selbst die Sprache für sich umschalten können? Was passiert mit den Inhalten, die nur einsprachig verfügbar sind?

Wir widmen uns Stück diesen Aufgaben, damit das ePartool und bald auch die anderen Tools in vielen Sprachen nutzbar werden. Wenn ihr uns bei der Übertragung in weitere Sprachen unterstützen wollt, sprecht uns gerne an!

Was ist eigentlich… »einfache Sprache / leichte Sprache«?

Frage: Auf Internetseiten findet man immer wieder einen Hinweis auf „einfache“ oder „leichte“ Sprache. Was verbirgt sich dahinter?

Antwort: Die Begriffe „einfache“ Sprache“ und „leichte Sprache“ klingen sehr ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Dinge.

Einfache Sprache ist relativ nahe an der Standardsprache und richtet sich an Menschen, die zwar lesen können, aber Probleme beim Verstehen von komplexeren Texten haben. Zielgruppe sind neben Personen mit kognitiven Einschränkungen auch Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Umfangreiche Sachverhalte können dargestellt werden, indem der Text in mehrere Sätze aufgebrochen wird.

Leichte Sprache wiederum wendet sich an Menschen, für die schon Lesen und Schreiben schwierig ist. Anders als die einfache Sprache gibt es hierfür konkrete Regeln, die seit 2006 vom Netzwerk Leichte Sprache herausgegeben werden: http://www.leichtesprache.org/images/Regeln_Leichte_Sprache.pdf. Abstrakte Begriffe oder Metaphern werden vermieden. Wenn Fremdwörter unumgänglich sind, werden sie erklärt. Auch werden Wortzusammensetzungen anders als in der Standardsprache durch Trennstriche unterteilt. Sätze sollen insgesamt sehr kurz sein.

Regeln für leichte und einfache Sprache sowie Vergleichstexte finden sich bei der Aktion Mensch: https://www.aktion-mensch.de/magazin/themen-dossiers/leichte-einfache-sprache/regeln-leichte-einfache-sprache.html