Was ist eigentlich… ein »Staatstrojaner«?

Frage: In den Medien wird immer wieder von „Staatstrojanern“ und „Quellen-TKÜ“ berichtet. Worum geht’s da?

Antwort: Vom trojanischen Pferd, das einen Angriff auf die Stadt Troja von innen heraus ermöglichte, hat die Software-Gattung der »Trojaner« ihren Namen. Es handelt sich um vom Nutzer unerwünschte Anwendungen, die ihn ausspionieren, Daten manipulieren oder Geräte fernsteuern. Diese Trojaner existieren für Computer und Smartphones/Tablets gleichermaßen.
»Quellen-TKÜ« steht für Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) an der „Quelle“, also dort wo die konkreten Vorgänge passieren. Es geht also darum die Trojaner direkt auf die Geräte der zu überwachenden Personen zu bekommen und dort die Daten live zu durchsuchen oder Eingaben oder Kommunikation mitzuprotokollieren. »Quellen-TKÜ« und »Online-Durchsuchung« sind daher auch die offiziellen Bezeichnungen für den Staatstrojaner. Unbemerkt vom Nutzer/von der Nutzerin soll das Mikrofon eingeschaltet werden, Bildschirmfotos gemacht und von der Ferne auf das Gerät zugegriffen werden.

Das Bundesverfassungsgericht beschloss 2008, den Einsatz von Staatstrojanern nur unter großen Auflagen für die Bekämpfung von Terrorismus zuzulassen. Der Bundestag möchte die Rahmenbedingungen und Einsatzmöglichkeiten allerdings derzeit deutlich erweitern.

Neben rechtsstaatlichen Fragen zieht Trojaner-Software aber auch konkrete Sicherheitsprobleme nach sich: Durch das Ausnutzen vorhandener oder neu geschaffener Einfallstore sind die Geräte auch noch anfälliger für Kriminelle. Man darf nicht vergessen: Die Überwachung soll der Aufklärung von Straftaten dienen und sollte daher nicht noch weitere Straftaten befördern.

Was ist eigentlich… »Gecko«?

Frage: In Artikeln liest man immer wieder, dass eine Software „Gecko-basiert“ sei. Was verbirgt sich dahinter?

Antwort: Gecko ist ein Programmmodul, das Internetseiten darstellt. Es ist sozusagen der Kern des bekannten Firefox-Browsers. Aber auch beim E-Mail-Programm Mozilla Thunderbird wird die Darstellung von Mails durch Gecko abgewickelt. Die Ursprungsversion von Gecko wurde noch von Netscape für den Netscape Navigator erdacht. Seit der Code-Freigabe wurde er als Open-Source-Software stetig weiter entwickelt.
Gecko ist freie Software und kann daher auch in anderen Anwendungen eingesetzt werden. So hat beispielsweise Google die Gecko-Engine auch in ihrem Bildverwaltungsprogramm Picasa eingesetzt.
Mittlerweile ist eine Nachfolge von Gecko in Vorbereitung: Mozilla möchte im Projekt »Quantum« Ende 2017 Gecko durch die von Grund auf neu programmierte »Servo«-Engine ersetzen.

Weitere Infos unter https://developer.mozilla.org/de/docs/Gecko

Was ist eigentlich… »einfache Sprache / leichte Sprache«?

Frage: Auf Internetseiten findet man immer wieder einen Hinweis auf „einfache“ oder „leichte“ Sprache. Was verbirgt sich dahinter?

Antwort: Die Begriffe „einfache“ Sprache“ und „leichte Sprache“ klingen sehr ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Dinge.

Einfache Sprache ist relativ nahe an der Standardsprache und richtet sich an Menschen, die zwar lesen können, aber Probleme beim Verstehen von komplexeren Texten haben. Zielgruppe sind neben Personen mit kognitiven Einschränkungen auch Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Umfangreiche Sachverhalte können dargestellt werden, indem der Text in mehrere Sätze aufgebrochen wird.

Leichte Sprache wiederum wendet sich an Menschen, für die schon Lesen und Schreiben schwierig ist. Anders als die einfache Sprache gibt es hierfür konkrete Regeln, die seit 2006 vom Netzwerk Leichte Sprache herausgegeben werden: http://www.leichtesprache.org/images/Regeln_Leichte_Sprache.pdf. Abstrakte Begriffe oder Metaphern werden vermieden. Wenn Fremdwörter unumgänglich sind, werden sie erklärt. Auch werden Wortzusammensetzungen anders als in der Standardsprache durch Trennstriche unterteilt. Sätze sollen insgesamt sehr kurz sein.

Regeln für leichte und einfache Sprache sowie Vergleichstexte finden sich bei der Aktion Mensch: https://www.aktion-mensch.de/magazin/themen-dossiers/leichte-einfache-sprache/regeln-leichte-einfache-sprache.html