Antragsgrün – die wichtigsten Tipps und Tricks

Seit mehreren Jahren entwickelt der DBJR mit an der Software »Antragsgrün«. Damit können Texte gemeinsam und demokratisch erstellt werden. Wir haben in diesem Artikel für euch die wichtigsten Punkte zusammengetragen, die einen erfolgreichen Start mit Antragsgrün erleichtern.

Antragsgrün auf Tablet
Antragsgrün auf einem Tablet (Foto: Michael Scholl)

EINRICHTUNG

Antragsgrün kann entweder selbst installiert werden, z.B. parallel zur eigenen Website, oder bei antragsgruen.de mitgenutzt werden. Wenn man die Software selbst betreibt, ist die Nutzung kostenlos und kann frei selbst verändert und angepasst werden. Eine englische und französische Sprachversion steht zur Verfügung.

Antragsgrün denkt in „Veranstaltungen“ (englisch leider etwas missverständlich als „consultations“). Eine Veranstaltung ist dabei beim Aufruf der Hauptadresse zu sehen, die weiteren sind durch ein angehängtes Kürzel wie /web/vollversammlung2019 erreichbar. Die auf der Startseite sichtbare Veranstaltung kann jederzeit geändert werden.

Pro Veranstaltung können Nutzerrechte unterschiedlich festgelegt werden. Die Sprache der Installation ist allerdings nur einmal für das Gesamtsystem festlegbar.

Von Seiten des Orga-Teams können mehrere Personen gleichzeitig mit demselben Admin-Account eingeloggt sein. Zu beachten ist, dass man nicht parallel dieselben Anträge/Dokumente verändert, da Antragsgrün dies nicht beherrscht.

Das Logo links oben kann pro Veranstaltung neu festgelegt werden.

Der einführende Text für eine Veranstaltung kann mit Grafiken und anderen Elementen erweitert werden. Allerdings sollte die Einführung nicht zu lang ausfallen, da die Teilnehmenden sonst zu viel scrollen müssen.

Alle Labels, Buttontexte, System-Mails usw. können zentral über „Sprache anpassen“ verändert und an die Begriffe in der eigenen Organisation angepasst werden. Der Ursprungszustand pro Element ist jederzeit wieder herstellbar.

In der Grundeinstellung werden pro Veranstaltung mehrere Anträge aufgelistet. Eine Tagesordnung kann angelegt werden, ist aber optional. Und eine Minimalfassung ist ebenfalls möglich: Beim Aufruf von Antragsgrün erscheint dann genau ein Antrag.

Tipp: Onlineübersetzung einbinden, z.B. Google-Translate. Das geht am einfachsten, wenn man den Dienst direkt aufruft, die gewünschte Sprachkombination und als Übersetzungsquelle die Adresse der eigenen Antragsgrün-Installation eingibt. Der so entstandene Link kann dann wiederum kopiert und in den Infobereich in Antragsgrün als Link eingebaut werden.

Beispiel DBJR (www.dbjr.de/antrag -> ein Schrägstrich in der eigenen Adresse wird übertragen in %2). Die Übersetzung erfolgt aus dem Deutschen (de) ins Englische (en):
https://translate.google.de/translate?sl=de&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=https%3A%2F%2Fwww.dbjr.de%2Fantrag&edit-text=

ANTRAGSVERWALTUNG

Im Standard bestehen Anträge aus einem Titel, einem Antragstext und einer Begründung. Die Elemente können erweitert/gekürzt werden („Antragstypen“), wenn man z.B. den Text noch in einer weiteren Fassung (kindgerecht o.ä.) beraten werden soll.

Der Wortlaut des Originalantrags kann von Seiten des Orga-Teams redaktionell bearbeitet werden (z.B. um Tippfehler zu korrigieren), allerdings darf dies nicht mehr geschehen, sobald ein erster Änderungsantrag eingegangen ist. Es könnte sonst sein, dass Antragsgrün die Änderungen nicht mehr zuordnen kann. Status und Eigenschaften von Anträgen und Änderungsanträgen können jederzeit geändert werden.

Das Orga-Team entscheidet, ob Anträge und Änderungsanträge freigeschaltet werden oder ohne manuelle Kontrolle sichtbar sein können. Ebenfalls können sie entscheiden, ob nur eingeloggte Nutzer*innen Anträge stellen können. Seit Juni 2019 ist es zudem die Möglichkeit geben für eine Veranstaltung ein gemeinsames Zugriffspasswort zu vergeben, so dass der generelle Zugriff zwar nicht frei ist, die Nutzer*innen aber danach frei bzgl. der Angaben sind.

LIVE DISKUTIEREN

Der Modus „Änderungsanträge einpflegen“ ermöglicht eine Live-Diskussion z.B. über eine Visualisierung auf eine gemeinsame Leinwand. Zudem können die Zwischenstände auch von anderen Endgeräten abgerufen werden, wenn dies während der Live-Beratung so aktiviert wird. Die Zwischenstände werden einmal minütlich aktualisiert. Sie bieten den Teilnehmenden den großen Vorteil, dass sie im Text nach oben und unten wandern können, während auf einer Leinwand nur ein bestimmter Teil angezeigt wird.

Tipp:

  • Fürs Beamen wird empfohlen die Vollbildansicht im Browser zu aktivieren (in der Regel über Taste F11 an/aus). Zudem kann mit STRG + und STRG – oder über STRG und Mausrad die Zoomansicht im Browser verändert werden. Damit kann die zur Verfügung stehende Leinwand bestmöglich ausgenutzt werden.

Zeilennummern: Durch papiergebundene Diskussion sind Teilnehmende sehr stark an Zeilennummern gewöhnt. Da Antragsgrün jedoch jegliche Änderungen, also sowohl Einfügungen wie auch Löschungen, live anzeigt, sind Zeilennummern eher hinderlich und werden daher auch nicht angezeigt. Es ist sinnvoll bei mündlicher Beratung den aktuellen Absatz oder Satz einfach konkret zu nennen („Im Absatz, der mit den Worten xyz beginnt…“).

Bei konkurrierenden Änderungsanträgen soll meistens die am weitest reichende Änderungen zuerst besprochen werden. Antragsgrün zeigt zwar an, dass Änderungsvorschläge konkurrieren, kann aber natürlich nicht inhaltlich die Qualität der Änderungen erkennen. Hier muss die Moderation inhaltlich eingreifen und die Diskussionsreihenfolge selbst festlegen.

Grundsätzlich gibt es zwei Modi in Antragsgrün: Ein Änderungsantrag kann sich auf nur eine oder auf beliebig viele Änderungsanträge im Text beziehen. Änderungsanträge über mehrere Stellen werden jedoch von Antragsgrün nicht in Abhängigkeit zueinander gesetzt, sondern einfach nacheinander aufgerufen. Hier ist der/die Antragstellende in der Aufgabe ggf. Abhängigkeiten mündlich zu erläutern. Aus Erfahrung empfehlen wir eher nicht, dass Antragsgrün so eingestellt wird, dass für jede Textänderung ein neuer Änderungsantrag gestellt werden muss – der organisatorische Aufwand zum Stellen und Freigeben ist dann einfach recht groß.

Tipps:

  • Über STRG F kann in den meisten Browsern nach Wörtern gesucht werden.
  • Wenn man mal einen Fehler gemacht hat, auch kein Problem: STRG Z macht die letzte Text-Aktion wieder rückgängig.
  • Sollten mehrere mündliche Vorschläge ausgesprochen werden, können sie als Alternativen temporär in den Text für die Leinwand geschrieben werden, z.B. mit eckigen Klammern markiert.

Änderungsanträge von Teilnehmenden können während der Live-Beratung nicht mehr schriftlich automatisch angenommen werden: Es gilt der Stand zu dem der Modus „Änderungsanträge einpflegen“ aktiviert wurde.

Ab Sommer 2019 kann auch das Abstimmungsergebnis zu einem Antrag erfasst werden.

AKTUELL HALTEN

Antragsgrün kann über einen Web-Updater direkt aus der Administrationsoberfläche auf neue Versionen aktualisiert werden. Der Vorgang dauert in der Regel nur wenige Momente – jeweils mit einem eigenen Vorgang für den Programmcode und für die Datenbank-Struktur.

Wenn während der Nutzung von Antragsgrün unklare Probleme auftreten, dann kann eine Log-Datei eingesehen werden unter /runtime/logs/app.log. Die Einträge sind dabei sehr ausführlich gehalten.

Generell ist zu empfehlen, den Server immer einigermaßen aktuell zu halten. Dasselbe gilt für Browser, die mit Antragsgrün arbeiten sollen. Von der Nutzung des Microsoft Internet Explorer muss abgeraten werden, da er seit vier Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird (Microsoft hat mit dem Browser Microsoft Edge einen Nachfolger im Angebot). Wir testen vor allem unter Mozilla Firefox, Chromium & Google Chrome, Apple Safari.

HILFE UND INFOS BEKOMMEN

Habt ihr noch weitere Tipps für Antragsgrün? Lasst es uns wissen!

Antragsgrün 4.2.2 mit nützlichen Neuerungen

Antragsgrün 4
Antragsgrün 4 (Montage: DBJR)

Wenngleich die kleine Veränderung bei der Versionsnummer nur wenig Neues vermuten lässt, so bringt die neueste Antragsgrün-Version ein paar nützliche Verbesserungen mit. Wir stellen sie euch im Folgenden vor.

Gemeinsames Passwort als Zugangsschutz für eine Veranstaltung
Oft nachgefragt wurde die Option für eine Veranstaltung ein gemeinsames Zugriffspasswort zu vergeben: Damit kann die Antragsgrün-Installation zwar öffentlich erreichbar bleiben, aber dennoch die aktuelle Diskussionsrunde vor der Öffentlichkeit geschützt werden. Einzelne Nutzeraccounts waren für diesen Fall oft zu aufwändig. Mit der aktuellen Version 4.2.2 ist dieses Einfachpasswort nun möglich. Wir müssen jedoch noch darauf hinweisen, dass das Setzen des Passwortes im Augenblick immer auch die gerade aktive Standardveranstaltung auf der Titelseite geschützt schaltet. Erst in der nächsten Version, die noch in den Sommermonaten erscheinen wird, wird es die Funktion geben einzelne Veranstaltungen jeweils individuell zu schalten.

Aktivitäten-Liste
Zu jeder Veranstaltung gibt es rechts im Seitenbereich einen Aktivitäten-Log. Dieser wurde verbessert: Öffentliche Kommentare werden nun nicht nur genannt, sondern auch inhaltlich angeteasert. Zudem wird die Log-Anzeige nun nicht endlos lang, sondern hat eine Paginierung (Seiten-Unterteilung) bekommen.

Veranstaltungen mit nur einem Antrag
Wenn eine Veranstaltung so konfiguriert ist, dass sie nur einen Antrag hat und dieser wurde durch eine Überarbeitung ersetzt, so wird nun die neue Version als neuer Standardantrag für diese Veranstaltung festgelegt. Auf die vorherige Version wird dabei im Kopfbereich des neuen Antrags verwiesen.

Verfahrensvorschläge: Änderungsanträge modifiziert übernehmen
Wenn zu den Anträgen die Funktion „Verfahrensvorschläge“ aktiviert sind, gibt es nun eine Ablaufverbesserung: Man kann man als Admin zu einem Änderungsantrag eine modifizierte Übernahme erstellen, also eine geänderte Fassung des Änderungsantrags. Dann kann man jetzt sowohl beim Einpflegen aller Änderungen auf einmal jeweils zwischen der Original- und der Fassung inkl. modifizierter Übernahme wählen (das ging vorher schon), als auch wenn man nur eine Änderung in den Antrag einpflegt (das ging vorher noch nicht).

Antragstypen / Vorlagen
Antragsgrün erlaubt es zu jeder Veranstaltung den Aufbau von Antragstypen neu zu definieren. Der Grundaufbau Titel – Antragstext – Begründung kann ergänzt oder verändert werden. Antragsgrün ist dabei nun etwas fehlertoleranter geworden: Wenn mehrere Abschnitte als Typ „Titel” definiert wurden, werden die zweiten, dritten usw. nun als reguläre Abschnitte behandelt und somit angezeigt.

Wie bekommt man die neue Version?
Wir empfehlen euch die neue Version über den Online-Updater im Backend von Antragsgrün einzuspielen. Der Aktualisierungsvorgang erfordert nur wenige Mausklicks und ist in weniger als einer Minute abgeschlossen.
Wenn ihr Antragsgrün erstmalig installieren möchtet, erhaltet ihr die Installationsdateien direkt im öffentlichen Github-Repository: https://github.com/CatoTH/antragsgruen/releases. Die Installations-Datei (z.B. als ZIP) muss entpackt und in ein Verzeichnis bei eurem Webhoster transferiert werden. Beim ersten Aufruf des Verzeichnisses über euren Browser startet der Einrichtungsassistent, der die Datenbank und die erste Veranstaltung anlegt.

Antragsgrün 4.2.1 – kleines Update

Am Wochenende wurde ein kleines Update von Antragsgrün veröffentlicht. Es beinhaltet vor allem Fehlerbehebungen sowie kleine Verbesserungen für den Multi-Site-Betrieb. Wir empfehlen euch das Update über den Online-Updater im Backend von Antragsgrün einzuspielen. Der Aktualisierungsvorgang erfordert nur wenige Mausklicks und ist in weniger als einer Minute abgeschlossen.

Welche Probleme wurden behoben

  • Logos, deren Dateinamen bestimmte Sonderzeichen beinhalteten, wurden beim PDF-Export nicht angezeigt.
  • Schlagwörter mit dem &-Zeichen wurden zuvor falsch kodiert. Wichtig zu wissen: Die Fehlerbehebung verändert die alten Schlagwörter nicht rückwirkend, sondern kann nur die korrekte Erstellung neuer Tags sicherstellen.
  • Wenn Nutzer*innen Kommentare entfernt hatten, trug Antragsgrün bisher verwirrende Einträge ins Aktivitäten-Log ein.
  • Wenn Nutzer*innen ohne Login PDF-Dokumente zu Bewerbungsverfahren hochgeladen hatten, zeigte Antragsgrün bisher das PDF auf der Bestätigungsseite nicht korrekt an.
  • Das Aussehen von Links in der Seitenleiste ist nun einheitlicher.
  • Beim Anlegen der Liste von administrativen E-Mail-Adressen für Benachrichtigungen kann als Trennzeichen nun sowohl Komma wie auch Semikolon verwendet werden.

Verbesserungen im Multi-Site-Betrieb

Wenn Antragsgrün im Multi-Site-Modus betrieben wird, also eine gemeinsame Antragsgrün-Installation über mehrere Domains angesprochen werden kann, sind Plugins nun einzeln pro Subdomain aktivierbar. Ebenso setzt Antragsgrün nun die E-Mail-Adresse des Admins automatisch als Reply-To für Systemmails, falls für die Subdomain nichts Anderes eingerichtet wurde.

Noch kein Antragsgrün in Benutzung?

Wer Antragsgrün erstmalig installieren möchte, erhält die Installationsdateien wie immer direkt im öffentlichen Github-Repository: https://github.com/CatoTH/antragsgruen/releases. Die Installations-Datei (z.B. als ZIP) muss entpackt und in ein Verzeichnis bei eurem Webhoster transferiert werden. Beim ersten Aufruf des Verzeichnisses über euren Browser startet der Einrichtungsassistent, der die Datenbank und die erste Veranstaltung anlegt.

Auf Fehlersuche? Tipps zu ePartool, Antragsgrün, Nextcloud, WordPress & Co.

Wenn dieser Fehler auftaucht, ist guter Rat teuer … oder?

Mittlerweile stehen viele hochwertige Open-Source-Anwendungen für eure Onlineauftritte oder Onlinezusammenarbeit zur Verfügung. Auch wenn sich Entwickler*innen große Mühe geben eine tolle Software zu schreiben, so schleichen sich doch immer wieder Fehler ein. Ebenso können sich im Zusammenspiel zwischen Anwendung und eigenem Server Probleme auftun, die einer Lösung bedürfen. Vor der Lösung steht jedoch die Fehlersuche: Oft lässt sich nicht per Augenschein erkennen, woran es hakt. Im Folgenden geben wir ein paar Tipps, wie ihr euch dem Problem nähert.

Die Log-Datei ist dein Freund!

Glücklicherweise werdet ihr bei der Fehlersuche von der Software aktiv unterstützt. Die meisten Anwendungen und auch die Server selbst legen verschiedene Protokoll-Dateien an. In diesen wird aufgezeichnet, welche Aktionen stattgefunden haben bzw. bei welchen Aktionen unvorhergesehene Ereignisse auftraten. Aus unserer Erfahrung lohnt es sich bei Problemen im ersten Schritt die Log-Dateien der betroffenen Anwendung anzusehen. Die meisten Fehler lassen sich hierüber bereits eingrenzen.

Log-Dateien werden fast immer als Dateien mit der Endung .log angelegt. Es handelt sich dabei aber in der Regel um Textdateien, die sich mit jedem beliebigen Editor öffnen lassen (Notepad, Wordpad, usw.).

In den Logs der Anwendungen wird in der Regel protokolliert, wenn einzelne Funktionen oder Programmbibliotheken eine Aufgabe nicht ausführen konnten. Das könnte z.B. daran liegen, dass Zugriffsrechte nicht korrekt gesetzt waren, benötigte Dateien nicht gefunden wurden, ein Datenbankserver nicht oder nicht schnell genug geantwortet hat, oder Funktionen schlichtweg Fehler hatten (Beispiel: Versuch durch 0 zu teilen). Dennoch können sich die Inhalte der Log-Dateien bisweilen sehr unterscheiden – die Entwickler*innen können sich dafür entscheiden, nicht nur fatale Fehler zu vermerken, sondern auch bereits Warnmeldungen oder auch erfolgreich durchgeführte Aktivitäten. Letzteres kann zwar von Interesse für die Entwickler*innen sein, allerdings im Dauerbetrieb auch mit Datenschutzerfordernissen kollidieren. Daher lassen sich Anwendungen häufig darauf konfigurieren, ob sie sich im Betriebsmodus für „Entwicklung“ (development, debug modus) oder für „Produktion“ befinden.

Anhand von vier Anwendungen möchten wir euch beispielhaft aufzeigen, wo Log-Dateien zu finden sind:

Antragsgrün: Die Software zur demokratischen Texterstellung führt eine Log-Datei unter /runtime/logs/app.log. Die Einträge sind dabei sehr ausführlich gehalten.

ePartool: Das DBJR-Konsultationswerkzeug führt eine Log-Datei unter /runtime/logs/application.log. Die neuesten Einträge finden sich ganz unten.

Nextcloud: Die populäre Open-Source-Plattform für Dateiaustausch und Zusammenarbeit führt zwei unterschiedliche Log-Dateien. Während die Datei /data/updater.log nur über Installationsvorgänge Buch führt, ist die Datei /data/nextcloud.log für den täglichen Betrieb gedacht. Nextcloud beinhaltet zudem eine Zugriffsmöglichkeit auf diese Log-Datei über das Admin-Backend. Hier kann man auch einstellen, welche Art von Fehlern oder Problemhinweisen protokolliert werden sollen.

WordPress: In der Standardinstallation führt das CMS keine Log-Datei. Durch zwei Einträge in der Datei wp-config.php kann das Loggen aber aktiviert werden:

define('WP_DEBUG', true);

define('WP_DEBUG_LOG', true);

Weitere Informationen finden sich unter https://codex.wordpress.org/Debugging_in_WordPress.

Wenn man Log-Dateien über das administrative Backend betrachten und auswerten möchte, muss zudem ein Plugin installiert werden, z.B. der »Error Log Monitor« [https://de.wordpress.org/plugins/error-log-monitor/]

Weitere Log-Dateien

Gelegentlich helfen die Log-Dateien der Anwendungen aber nicht weiter. Das kann daran liegen, dass die Anwendung auf Probleme stößt, die außerhalb ihrer eigenen Analysemöglichkeit liegen. Im Extremfall wäre das bei einem Hardware-Defekt der Fall: Ob alle Kabel richtig stecken oder ob der Servercomputer selbst richtig rechnet, kann eine Anwendung kaum erkennen. Auf Log-Dateien der Betriebssystem-Ebene hat man jedoch in der Regel als Mieter*in eines Webhostings keinen Zugriff. Professionelle Provider stellen durch Überwachungsprogramme sicher, dass diese Art von Fehlern von ihnen selbst zeitnah entdeckt werden.

Zwischen dem Betriebssystem und Anwendungen wie den vier oben genannten liegt allerdings noch die installierte Web-Server-Software. Ein Web-Server ist meist als Sammelbegriff mehrerer Programme zu verstehen und beinhaltet neben dem eigentlichen Web-Server-Programmen wie Apache oder Nginx auch die PHP-Programmiersprache oder eine Datenbank). Diese alle führen ebenfalls Log-Dateien.

Welche Log-Datei hilft wann:

Web-Server: Hier werden der Zeitpunkt und die Herkunft der Zugriffe (IP-Adressen), Größe der abgerufenen Dateien und Statusmeldungen zu den einzelnen Verbindung geloggt. So lässt sich schnell herausfinden, ob es zeitgleich übermäßig viele Zugriffe gab (und daher der Server sehr langsam wurde) oder ob bestimmte Dateien nicht gefunden wurden (die bekannte Statusmeldung 404). Probleme im internen Programmablauf, die nicht die Zugriffe betreffen, werden meistens in einer separaten Log-Datei protokolliert.

PHP: Programmierfehler sind häufig kleine Tippfehler, wie eine vergessene Klammer zum Abschluss einer Funktion oder ein Buchstabendreher. Wenn der PHP-Interpreter nicht versteht, was er zu tun hat, können diese Fehler entweder geloggt oder direkt angezeigt werden. Letzteres hilft zwar, Fehler schnell zu finden, verrät aber Externen auch viel über mögliche Angriffspunkte. Bei PHP-Skripten kann man auch ohne viel Programmiererfahrung das Anzeigen von Fehlern aktivieren, indem man in die ersten Zeilen (nach dem Startkennzeichen <?php) folgende Befehle ergänzt:

error_reporting(E_ALL);
ini_set('display_errors', '1');

Voraussetzung dafür, dass nun konkrete Fehlermeldungen angezeigt werden, ist, dass der Server grundsätzlich dazu konfiguriert ist. Bei den meisten Providern lässt sich das im Administrationsmenü aktivieren und wieder deaktivieren. Bei direktem Server-Zugang und Schreibrechten auf die php.ini-Einstellungsdatei lässt sich dies durch display_errors = on aktivieren.

Datenbank: Da es verschiedene weit verbreitete Datenbanken gibt, fällt die Erkenntnismöglichkeit hier sehr unterschiedlich aus. General lässt sich über die Log-Datei herausfinden, ob der Service korrekt gestartet wurde, ob es gescheiterte Zugriffsversuche gab (z.B. wenn die Zugangspasswörter in der zugreifenden Anwendung falsch abgespeichert waren). Möglicherweise kann man über die Statusmitteilungen auch herausfinden, ob Datenbank-Anfragen ineffizient gestellt wurden und daher sehr lange zur Beantwortung brauchten oder gar komplett scheiterten. Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn Suchindizes nach größeren Datenveränderungen nicht neu angelegt wurden oder durch zu viele parallel Schreibvorgänge versucht wurden. Auch der Ursprung von fehlerhafte Zeichenausgabe (Umlaute oder falsche Symbole) könnte hier liegen: Die Kette der Zeichenkodierung muss von der Datenbankablage über die Verbindung und Verarbeitung bei der Anwendung bis hin zum Browser bei den Nutzer*innen durchgehend richtig sein.

Der Einfluss von Fehler-Logs auf die Rechenzeit

Das Erstellen von Log-Dateien benötigt immer etwas Rechenzeit. Diese fällt umso größer aus, wenn man sich auf einem höheren Software-Level befindet (System → Server-Software → Anwendung). Daher lohnt es sich bei viel frequentierten Internet-Angeboten, im stabilen Betrieb das Logging durch die Anwendungen soweit wie möglich zu reduzieren.

VotAR: Digitale Stimmkarten für digitale Abstimmung

Ansicht der digitalen Stimmkarte. Die Größe stellt sich automatisch auf euer Endgerät ein.

Vor einigen Monaten haben wir euch die Android-App »VotAR« vorgestellt, die Abstimmungen in realen Treffen digital auszählen kann. Ende Dezember stellten wir euch dann eine deutschsprachige Anleitung der englisch-französischen App zur Verfügung.

Aus euren Rückmeldungen wissen wir, dass der Ausdruck von farbigen Stimmkarten aus mehreren Gründen schwierig ist: Nicht immer steht ein Farbdrucker zur Verfügung und eine Menge teurer Druckerfarbe und Papier könnte eingespart werden, wenn man die Stimmkarten einfach auf seinem Tablet oder Smartphone anzeigen würde. Erste Versuche mit einer Anzeige des Stimmkarten-PDF direkt auf dem Mobilbildschirm erwiesen sich als unpraktisch: Die Stimmkarte muss ja je nach Meinungsäußerung gedreht werden – aber das Endgerät versucht weiterhin das PDF „richtig“ anzuzeigen.

Euren Wünschen sind wir nun mit einer „digitalen Stimmkarte“ für VotAR nachgekommen. Ihr ruft auf dem Endgerät (Smartphone, Tablet, Notebook) die Seite https://lab.dbjr.de/votar auf und könnt sofort loslegen. Die digitale Stimmkarte verbraucht nur wenige Kilobytes, so dass euer Mobilfunkvertrag geschont bleibt. Daten über Abstimmungsklicks werden keine zum Server übertragen, sondern rein auf euren Endgeräten verarbeitet.

Weitere Informationen (Stimmkarten usw.) zu dieser App findet ihr auf unserer Übersichtseite zu VotAR.

VotAR: Handbuch jetzt auf Deutsch verfügbar

VotAR-Logo

VotAR ist eine kleine Android-App, die Abstimmungen in „Real-Life-Treffen“ dank farbiger Stimmkarten schnell digital auszählen kann. Die App stammt von einem französischen Entwickler, dementsprechend war bisher keine deutsche Anleitung verfügbar. Wir haben nun das Handbuch für euch übersetzt und etwas ergänzt: » VotAR-Anleitung auf Deutsch.

Screenshot Stimmauswertung

VotAR analysiert das geschossene Foto und markiert jede erkannte Stimmkarte mit einem farbigen Punkt. Wir zeigen das mit einer sehr kleinen Gruppe – es funktioniert auch bei größeren Gruppen, solange alle Stimmkarten sichtbar sind (mit Kinobestuhlung und guter Kamera sind auch bis zu ca. 100 Teilnehmende möglich).

Weitere Informationen (Stimmkarten usw.) zu dieser App findet ihr auf unserer Übersichtseite zu VotAR.

Keine News? Newsticker abschalten! … ePartool 4.8.0

Schon einen Monat nach dem Sprung auf die ePartool-Version 4.7, die anonyme Beteiligungsrunden ermöglichte, steht die Version 4.8 nun zum Download bereit.

Keine News? Newsticker abschalten!

Über Neuigkeiten in den verschiedenen Beteiligungsrunden informiert das ePartool jeweils auf der Startseite mit einem Newsticker in Form von zwei (meist orangen) Balken. Gerade für kleinere Installationen, die nur eine Beteiligungsrunde durchführen wollen, ist der Newsbalken eher störend.

Die Newsticker bei der ePartool-Installation des Strukturierten Dialogs informieren über Neuigkeiten

Auf vielfachen Wunsch haben wir diese Newsbalken auf der Homepage nun auch deaktivierbar gemacht, um das Nutzerinterface weiter zu entschlacken.

Die neue Funktion zum Deaktivieren des automatischen Newstickers findet sich auf der Seite »Erscheinungsbild« der Grundeinstellungen unter »Newsticker im Header«

 

Unterstützung im Backend verbessert

Die neue Version bringt zudem eine Reihe von praktischen Verbesserungen an kleinen Dingen, zum Beispiel:

  • Der Medienmanager weist nun auf die Dateigrößenbeschränkung des jeweiligen Servers hin, so dass man nicht blind an möglichen Upload-Beschränkungen scheitert. (Update 20.10.: Vorsicht: Bei Webhostings erlauben einige Provider, die Upload-Größe (upload_max_filesize) einzustellen. Die im ePartool angezeigte Größe entspricht der Maximalgröße des Werts, der zentral in der php.ini hinterlegt wurde. Es kann also Abweichungen geben.)
  • Der E-Mail-Manager weist auf die Vorhaltedauer hin und speichert künftig generell 6 Monate, danach wird automatisch gelöscht (bisher wurden vom System versandte Mails in der Liste nur unsichtbar gemacht, allerdings bereits nach 3 Monaten).
  • Die Einstellungsseite des Beitragsformulars zu „Persönliche Daten“ (Daten der Teilnehmenden) ist jetzt übersichtlicher angeordnet.

Bekannte Probleme

Im Abstimmungsmodul finden sich zwei kleinere Probleme, die wir mit dem nächsten Update bis Anfang November beheben werden. Es handelt sich aber lediglich um Komfortprobleme und schränken die Nutzung nicht ein:

  • Auf der Seite „Voting-Einladungen“ wird in der Spalte „Berechtigungen“ nicht nur das Stimmgewicht, sondern auch unnötige Daten wie Gruppenname, Kontaktperson usw. angezeigt.
  • Auf der Seite „Berechtigungen“ wiederum sind die Tabellenzeilen zu lang, so dass man die Einstellungsbuttons am Ende nicht sieht. Erst ganz unten entdeckt man evtl den horizontalen Scrollbalken.

Was ist eigentlich … »Virtual Reality« & »Augmented Reality«?

Headset zum Entdecken virtueller RealitätenVirtuelle Welten entdecken ist heutzutage bereits mit jedem Computer und auch mit jedem Smartphone bereits möglich. Wenn es um die Verbindung von Digitalem mit der bisherigen „Offline-Welt“ geht, spuken allerlei Ausdrücke herum, die die Beschäftigung mit dem Thema verwirrend machen kann. Im Folgenden wollen wir die Begriffe des „Realitäts-Virtualitäts-Kontinuums“ etwas übersichtlicher zu skizzieren:

Reine Realität: Mit der echten/reinen Realität ist das gemeint, was wir oft auch als „analoge Welt“ bezeichnen.
Mixed Reality (vermischte/gemischte Realität, manchmal auch hybrid reality): Realität, die mit einem digitalen Zusatz erweitert ist. Damit können sogar schon TV-Geräte gemeint sein, die jemanden an einem Event in der „großen weiten Welt“ teilhaben lassen, während man selbst im Wohnzimmer sitzt. Eine etwas weiter reichende Form von MR stellen digitale Einblendungen über Digitalbrillen o.ä. dar, die aber nicht direkt in die Umgebung „hineingehören” (z.B. Geschwindigkeitsanzeige, Temperatur). Die weiteste Stufe von MR wäre dann → Augmented Reality.
Augmented Reality (erweiterte Realität): Digitale Objekte, die in die echte Realität hinein projiziert und räumlich verankert sind (visuell/auditiv). Bekanntestes Beispiel ist das populäre Spiel Pokémon Go.
Virtual Reality: VR verzichtet auf die reine Realität und zeigt nur digital erstellte Objekte und eine digitale Umgebung an. Allerdings ist das dann, ähnlich wie in der „echten Realität”, auch dreidimensional erkundbar. Für VR kommen, genauso wie bei AR, häufig Digitalbrillen zum Einsatz, um durch getrennte Bilder fürs linke und rechte Auge einen 3D-Eindruck zu generieren. VR kann, muss aber nicht, die Körperhaltung und -form der Beteiligten aus der reinen Realität ins Virtuelle mit übernehmen.

Die folgenden beiden Begriffe passen nicht ganz ins obige Kontinuum. Sie sollen hier lediglich zur Abgrenzung mit aufgeführt werden:
Cyberspace: Dieser Ausdruck wird bisher meist mehr oder weniger synonym zu „Internet“ benutzt, wobei er theoretisch auch VR oder den digitalen „Raum” innerhalb eines Geräts bezeichnen könnte. Der Ausdruck „Cyberspace“ veraltet allmählich und es ist davon auszugehen, dass er ähnlich wie die „Datenautobahn“ in absehbarer Zeit nicht mehr verwendet werden wird.
Web/WWW: Teil des Internets/Cyberspace, der per Webbrowser erreichbar ist. Auch wenn mobile Apps häufig dieselben Techniken verwenden (Übertragung per http, Darstellung über HTML und Javascript), sind die Inhalte nicht 1:1 so über Webbrowser erreichbar und daher sind Apps eher nicht als „Web“ zu betrachten. Häufig wird dies im öffentlichen Diskurs nicht so trennscharf unterschieden.

ePartool 4.6.0: Sharing is caring!

Schon länger auf unserer Erledigungsliste stand die Überarbeitung der »Share«-Funktion. Dahinter verbarg sich seit mehreren Jahren eine Verbindung zu den Social-Media-Diensten Facebook, Google+ und Twitter. Allerdings war diese Funktion noch nicht sonderlich gut umgesetzt. Nicht nur, dass die Buttons langsam reagierten, sie waren zudem nicht einheitlich gestaltet und nicht zuletzt mit einem Datenschutzproblem behaftet. Bereits der Klick auf den »Share«-Button stellte eine Verbindung zu den Social-Media-Diensten her, auch wenn man gar nicht auf diese alle zugreifen wollte.

Mit der der ePartool-Version 4.6.0 wurde das Design dieser Funktion überarbeitet. Erst wenn ihr wirklich aktiv auf einen Dienst klickt, werdet ihr damit verbunden. Die nächste Version des ePartool wird voraussichtlich Ende der ersten Septemberwoche erscheinen und vor allem eine bessere Unterstützung für anonyme Beteiligungsrunde beinhalten.

Hier die alte und neue Share-Funktion im Vergleich:

Installations- und Updatepakete sind über die Seite Download / Installation erhältlich.

VotAR: Farbig-analoge Abstimmung trifft auf digitale Auszählung

Demokratische Entscheidungsfindung in großen Gruppen ist oftmals eine langwierige Angelegenheit. Besonders Gremiensitzungen und Konferenzen sind eher nicht bekannt dafür, dass Abstimmungen unterhaltsam sind: JA- und NEIN-Stimmen müssen ausgezählt, Enthaltungen berücksichtigt werden – und ja nicht vergessen die Arme mit der Stimmkarte deutlich nach oben zu strecken, dass man auch wirklich mitgezählt wird.

Und da kommt »VotAR« ins Spiel: Mit der Unterstützung von vierfarbigen Stimmkarten und dieser kleinen App können Abstimmungen deutlich entspannter durchgeführt werden. Es funktioniert recht einfach: Je nachdem, welche der bunten Farbflächen man nach oben hält, ist damit eine andere Aussage getroffen: Ja, Nein, Enthaltung, oder Option A-B-C-D können also zugleich abgestimmt werden. Die App »VotAR« schießt ein Foto der Versammlung und zählt sofort die Stimmen aus. Die Daten werden nur auf dem Gerät verarbeitet – eine Internetverbindung ist nicht notwendig.

Foto: VotAR-Beispielnutzung im DBJR

In der DBJR-Geschäftsstelle wurde VotAR auch schon getestet.

VotAR ist eine freie Anwendung für das Android-Betriebssystem. Es ist erhältlich über Google Play und über den freien, sehr auf Datenschutz bedachten App-Store F-Droid.

Der Programmierer betreibt unter https://libre-innovation.org eine englisch-französische Website zu VotAR. Wir haben für euch die Stimmkarten übersetzt und mit einer Hilfe ergänzt. Ihr könnt die Stimmkarten hier als PDF herunterladen: VotAR-Stimmkarte (deutsch).