ON/OFF-Event zu Grundlagen, Methoden und Tools digitaler Jugendbeteiligung am 23.09.2020

Seit fast fünf Jahren unterstützt das Projekt jugend.beteiligen.jetzt die verschiedenen Bereiche digitaler Jugendbeteiligung. Am 23.09.2020 laden wir daher zu einem Tag mit Online-Workshops ein, der die Grundlagen, Methoden und Werkzeuge für digitale Beteiligung beleuchtet.

ON/OFF 2020 - Logo der Online-Konferenz

Das Event besteht dafür aus zwei Teilen: Ab 10 Uhr gibt es Inputs der drei Kooperationspartner, die die Grundlagen der digitalen Jugendbeteiligung erläutern und mit euch diskutieren.

Im zweiten Teil ab 11 Uhr können sich die Teilnehmenden auf insgesamt drei Workshops entsprechend ihrer Interessen aufteilen.

  • Im Workshop „Toolkits für digitale Jugendbeteiligung“ probieren Sie kleine Werkzeuge für die digitale Arbeit in Jugendparlamenten oder im klassischen Beteiligungssetting einer Zukunftswerkstatt aus.
  • Der Workshop 2 gibt eine Übersicht über digitale Tools für Jugendbeteiligung und taucht in den Diskurs ein, welche Werkzeuge für welche Bedarfe geeignet sind.
  • Workshop 3 öffnet den Austauschraum über Gelingensbedingungen digitaler Jugendbeteiligung und offene Veranstaltungsformate wie Barcamps.

Die Veranstaltung findet als „Community Event“ im Rahmen der »ON/OFF 2020 Online-Konferenz« für den auf 2021 verschobenen 3. Bundeskongress Kinder- und Jugendarbeit statt.

Eine Anmeldung für die jbj-Veranstaltung ist nicht notwendig. Teilnehmende benötigen einen aktuellen Browser und können sich ab 9:45 Uhr einwählen auf dem BigBlueButton-Seminarserver des DBJR: (https://blue.dbjr.org/b/dbj-c2f-xa9)

Geplanter Ablauf:

09:45 Uhr Ankommen & Technik Check-In

10:00 – 10:45 Uhr Input-Runde & Austausch

11:00 – 12:30 Uhr Workshops

13:00 – 13:30 Uhr Zusammenfassung

So geht digital – Einführung in Nextcloud am Fr 18.09. um 11 Uhr

Viele Organisationen mussten plötzlich von 0 auf 100 ins mobile und dezentrale Arbeiten kommen. Der Turbo-Digitalisierungsprozess wirft viele Fragen auf, auf die es Antworten braucht – schnell und passend zu den eigenen Herausforderungen und Bedarfen. Mit Plötzlich digital: Die Sprechstunde findet ihr alle zwei Wochen freitags um 11 Uhr einen virtuellen Raum, um gemeinsam mit anderen etwas Neues kennenzulernen. Veranstaltet wird diese Reihe von D3 – so geht digital.

Am kommenden Freitag geht es um die Open-Source-Lösung Nextcloud. Tim Schrock vom Deutschen Bundesjugendring stellt Nextcloud vor, beantwortet Fragen und gibt Tipps für den erfolgreichen Einsatz: Gemeinsam am nächsten Antrag schreiben? Von unterwegs Zugriff auf die wichtigsten Dokumente? Gemeinsam Vorhaben und Projekte koordinieren? Datensensible Umfragen erstellen? Mit Nextcloud gar kein Problem, denn die freie Lösung stellt eine etablierte Alternative zu proprietären Lösungen wie Dropbox, Google Drive o.ä. Anbietern dar.

Weitere Infos und Anmeldung auf der Website der Reihe.

jbj-Podcast: Datensouveränität, Open Source & Infrastruktur

Im Podcast von jugend.beteiligen.jetzt geht es um Menschen und Projekte im Themenfeld der digitalen Jugendbeteiligung.

In Folge 14 beschäftigen wir uns mit Open-Source-Projekten und digitaler Infrastruktur: Matthias Haist (DKJS) und Tim Schrock (DBJR) sprechen über die vermeintlich „goldenen“ Käfige von kommerziellen Anbietern und darüber, warum es sich lohnt in der Jugendarbeit die Souveränität über die eigenen Daten zurückzuholen. Open-Source-Software ist längst kein Nerd-Thema, sondern die dahinterstehenden Ideale sind nah an den Zielen der verbandlichen Jugendarbeit.

Diese und weitere Folgen findet ihr auf jugend.beteiligen.jetzt/podcast, sowie bei Spotify und Deezer.

Digitale Treffen: Formate, Anforderungen, Möglichkeiten

In den letzten Monaten kamen viele Gruppen und Träger unter einen unerwarteten Digitalisierungsdruck. Gerade wenn man sich bisher vor allem auf Präsenztreffen verlegt hatte, sind die Umstiegshürden nicht von heute auf morgen zu bewältigen. Im Folgenden beschreiben wir geeignete Formate, vergleichen die Systeme, geben Tipps zur Umsetzung und bei technische Hürden.

Formate

Je nach Anwendungsbedarf bieten sich unterschiedliche Formate an, die mit digitalen Werkzeugen abgebildet werden können. Nicht immer ist die bloße Videokonferenz der richtige Ansatz.

  • Audio-Konferenz / Telefonkonferenz: Am längsten etabliert, aber hinsichtlich der Aufmerksamkeit der Teilnehmenden am schwierigsten.
  • Videokonferenz: Alle Teilnehmenden können sich hören und sehen. Freies Sprechen ist gut möglich, aber ab einer bestimmten Teilnehmendenzahl werden wie in einem Präsenztreffen Regeln zu Wortmeldungen nötig. Durch die versetzte Platzierung von Kameras und Bildschirmen ist direkter Augenkontakt nicht möglich. Meist steht ein textbasierter Chat zur Verfügung, der aber im Idealfall kein separater inhaltlicher Kanal sein sollte – das „teilt“ die Aufmerksamkeit und verwirrt.
  • Arbeitsgruppen / Gremien: Neben der Ton- und Videoübertragung sind hier Programmvisualisierung und Live-Protokolle gefragt. Auch könnten Bedarfe für die Durchführung von Abstimmungen (offen/geheim) bestehen.
  • Online-Seminar: Ein interaktives Live-Treffen mit Ton- und Videoübertragung. Funktionen für Präsentationen, gemeinsame Whiteboards, Mitschriften, Brainstormings werden hier gebraucht.
  • Online-Kurs: Als länger verfügbarer Kurs könnten die Teilnehmenden auch zeitversetzt auf Videoaufzeichnungen und hinterlegte Materialien zugreifen. Funktionen zur Lernzielkontrolle.
  • Online-Veranstaltung mit Publikum: Hier wird zusätzlich eine Moderation oder Ko-Moderation benötigt, die inhaltliche und organisatorische Fragen aus dem Publikum entgegennimmt oder Wortmeldungen freischaltet.

Wichtigste Regeln zu Videokonferenzen

Aktuell bleiben: Noch bevor man sich in eine Videokonferenz einwählen möchte, ist es sinnvoll das eigene System zu checken. Gerade die zum Einsatz kommenden Browser sollten immer auf dem neuest möglichen Stand sein. (Weiteres unter „Technik“)

Weniger Geräte, weniger Fehlermöglichkeiten: Der Einsatz von Headsets (Kopfhörern + Mikrofonen) und externen Lautsprechern wird oft als Standard empfohlen. Tatsächlich ist die sichere Lösung genau umgekehrt: Teilnehmende sollten so minimalistisch starten wie möglich. Sehr häufig sind die eingebauten Mikrofone und Lautsprecher in Notebooks vollkommen ausreichend und steuern Rückkopplungseffekte besser aus als bei zusätzlichen Geräten. Nur wenn hier Probleme auftreten (laute Lüfter oder Nebengeräusche bzw. leise Gesprächspartner), lohnen sich Kopfhörer und Mikros.

Nicht aktiv? Nicht aktiv! Gerade nicht sprechende Teilnehmende sollten im Konferenzsystem grundsätzlich ihr Mikrofon deaktivieren, um Störgeräusche zu verringern. Tastatur-Klappern nahe des Notebook-Mikrofons kann für andere Teilnehmende insbesondere mit Kopfhörern sehr unangenehm sein.

Verhaltensregeln klären: Am Anfang eines Treffens sollte geklärt werden, welche Regeln es gibt. Wortmeldungen können je nach System über einen Button möglich sein; möglicherweise meldet man sich durch einen Hinweis im Chatfenster oder aktiviert sozusagen als Wartende*r bereits das eigene Video.

Aufmerksamkeit fördern: Wenn man sich nicht in die Augen sehen kann, braucht es Hilfsmittel um konzentriert bei der Sache bleiben zu können – vor allem für diejenigen, die überwiegend zuhören. Es bietet sich daher an, das aktuelle Programm zu visualisieren oder ein Live-Protokoll zu führen, das entweder über einen geteilten Bildschirm oder über eine separate Plattform (z.B. Etherpad, Online-Office) verfolgt werden kann.

Pausen müssen länger ausfallen: Catering ist nicht vorhanden, die Verpflegung muss also selbst organisiert werden. Möglicherweise müssen weitere Personen im Haushalt berücksichtigt werden – auch das Badezimmer kann belegt sein.

Bildschirme sind endlich: Teilnehmende verfügen nicht alle über die gleiche Infrastruktur-Ausstattung. Insbesondere Bildschirme sind ein limitierender Faktor, wenn Präsentation mitverfolgt werden sollen. Oft kann abgebildeter Text kaum noch entziffert werden oder parallel sind die Reaktionen von Teilnehmenden nicht mehr zu sehen. Wenn jemand mehrere Bildschirme nutzt, führt das dazu, dass man häufig sucht wo denn gerade der Mauszeiger ist.

Gleichzeitige Videos beschränken: Bei Nutzung über einen Browser sollten nicht mehr als 10-15 Personen gleichzeitig ihr Video übertragen. Endgeräte müssen diese Streams einzeln verarbeiten und könnten sich daher verlangsamen. Ein lauter PC-Lüfter gibt Hinweis auf gesteigerte Last. Online-Treffen über eigene Apps/Software-Anwendungen haben hier einen Vorteil gegenüber einem Browser, weil sie die Verbindungen anders managen können – hier wird dann ggf. nur ein gesamter Stream übertragen.

Informelle Austauschmöglichkeit: Bei größeren Online-Veranstaltungen kann es hilfreich sein, in Pausen eine Art „Plaudereck“ für informellen Austausch zu ermöglichen. Insbesondere wenn die Teilnehmenden während der Veranstaltung sich nicht alle sehen/sprechen können, bietet sich hierzu ein separater, offener Videokonferenz- und Chatraum an.

Videoaufzeichnungen ankündigen: Falls geplant ist die Veranstaltung aufzuzeichnen, muss dies den Teilnehmenden vorher mitgeteilt werden. Alle müssen die Chance haben rechtzeitig ihr Video abzuschalten und ggf. auch den Anzeigenamen zu ändern.

Extra-Kanal für Organisator*innen: Es kann immer etwas schiefgehen. Kurzfristige Absprachen im Team sind bei räumlich verteilten Organisator*innen schlicht nicht möglich. Daher sollte man zuvor bereits eine eigene Chatgruppe oder virtuellen Ort vereinbart haben, um sich absprechen zu können. E-Mail kann ein Notbehelf sein, ist für schnelle Absprachen aber eher zu träge.

Nützliche Begriffe für Online-Veranstaltungen

Webinar: markenrechtlich geschützt, daher besser „Online-Seminar“ oder „Online-Kurs“ verwenden, vor allem in Ankündigungen oder bei Bezahlformaten.

Breakout-Rooms: Unterarbeitsgruppen innerhalb eines Online-Seminars. Die Zuteilung kann automatisch oder per Vorlieben geschehen. Die Rückkehr in den „Hauptraum“ erfolgt meist automatisch, so dass die Teilnehmenden technisch nicht verloren gehen.

Zoom-Bombing: Unbekannte Teilnehmende wählen sich in eine Online-Veranstaltung ein und stiften Unruhe. Bekannt vor allem aus Zoom. Abhilfe schaffen Zugangsbeschränkungen (Passwort, persönlicher Login, einzelnes Einlassen durch Veranstalter)

Stream: Der „Fluss“ einer einzelner Audio- und/oder Videoübertragung. Alle Teilnehmenden senden einen eigenen Stream.

Browser: Zugangsprogramme fürs Web, mittlerweile auch für Audio- und Videokonferenzen. Z.B. Mozilla Firefox, Microsoft Edge, Google Chrome, Opera, Vivaldi, Apple Safari, früher: Internet Explorer (nicht mehr verwenden!)

Chromium-basierte Browser: Viele Browser setzen auf dieselbe „Engine“ auf, nämlich das Open-Source-Projekt „Chromium“ (z.B. Google Chrome, Opera, Vivaldi und seit 2020 auch der Microsoft Edge).

WebRTC: Standard, um Audio- und Videokonferenzen in einem Browser oder einer Software-Anwendung zu übertragen.

STUN- & TURN-Server: Damit Videokonferenzen zwischen Teilnehmenden über Firewall-Grenzen hinweg aufgebaut werden können, wird weitere Technik benötigt. Während STUN lediglich für den Verbindungsaufbau zuständig ist, leitet der TURN-Server den gesamten Videostream durch. Selbst betriebene Videokonferenz-Server verzichten daher oft auf das aufwändige TURN-Verfahren und sind entsprechend hinter Firmen-Firewalls nur durch Ausnahme-Einträge zu nutzen.

Barrierefreiheit und Inklusion

Die Bedienungsmöglichkeit über Tastaturkürzel hilft bei motorischen Einschränkungen, kann aber auch für alle anderen Teilnehmenden einen Komfortvorteil bieten. Es lohnt sich also die wichtigsten Bedienmöglichkeiten vorher zu klären (z.B. die Leertaste oder die M-Taste sind oft zum Ein-/Ausschalten von Mikrofonen nützlich).

Für nicht-hörende Teilnehmende sollte eine Live-Untertitelung zur Verfügung gestellt werden. Manche Konferenzlösungen bieten hierfür eine automatische Spracherkennung an, meist über externe Anbieter wie Google. Das bringt natürlich Fragen von Vertraulichkeit und Datenschutz mit. Im Minimalfall könnte auch eine Live-Untertitelung per Hand in einem Chatfenster stattfinden.

Methodik

Bei Online-Treffen befinden sich die Teilnehmenden physisch zwar häufig in vertrauten Umgebungen (Home Office), aber die Teilnahme über einen Bildschirm ist zugleich körperlich sehr ermüdend. Umso wichtiger ist es, die in Präsenztreffen praktizierte methodische Abwechslung auch in Digitaltreffen einzubauen. Allerdings sollte man vermeiden, zu viele unterschiedliche Tools einzusetzen. Der Wechsel zwischen den Plattformen birgt immer auch die Gefahr, unterwegs die Teilnehmenden zu verlieren.

Wichtig sind also vor allem interaktive Momente und Bewegungspausen.

Kartenabfragen und Brainstormings sind beispielsweise bereits über vorhandene Chat-Funktionen, ein einfaches Etherpad [yopad.eu] oder extra dafür vorgesehene Werkzeuge wie Padlet [padlet.com] und Pinnet [pinnet.eu] möglich. Komplexere Tools wie z.B. Tricider [tricider.com] erlauben zwar auch Entscheidungsfindungen, aber die Gefahr dass sich Teilnehmende aus der eigentlichen Videokonferenz verabschieden, ist dabei größer. Interne Tools wie sie z.B. bei einer eigenen Nextcloud bestehen, sind aus Datenschutzgründen möglicherweise vorzuziehen.

Fürs morgendliche Aufwärmen oder Kennenlernen bieten sich kleine Bewegungsmomente an, wie z.B. dass alle Teilnehmenden aufgefordert werden einen Gegenstand in einer bestimmten Farbe hochzuhalten, ihren Lieblingsgegenstand im Home Office vorzustellen oder eine kurze persönliche „Tanzbewegung“ zur Vorstellung zu machen.

Auch ein auf Reaktionsgeschwindigkeit setzendes Quiz mittels Kahoot [kahoot.it] lockert die Stimmung unter den Teilnehmenden deutlich auf.

Plattformen

Für Online-Treffen gibt es Plattformen, die man bei einem Anbieter mietet, und solche die man selbst betreiben kann. Einige dieser Produkte bieten auch beide Varianten an: mieten und selbst betreiben.

Vor- und Nachteile gemieteter Lösungen

  • Sofortige Verfügbarkeit und Wechselmöglichkeit
  • Angewiesen sein: Lizenzmodelle können sich ändern, die verfügbaren Funktionen plötzlich anders ausfallen
  • Frage des Vertrauens: Keine Kontrolle darüber, ob der Betreiber mithört oder Aufzeichnungen macht.

Vor- und Nachteile des Selbstbetreibens

  • Volle Kontrolle/Datensouveränität über Inhalte
  • Anpassungsmöglichkeiten
  • Funktionen und Lizenzmodelle können sich nicht überraschend verändern
  • Aufwand der Wartung und Einspielen neuer Versionen
  • Aufwand der Infrastruktur-Skalierung bei starker Nutzung

Vertraulichkeit: Heutzutage sind alle Lösungen transportverschlüsselt, d.h. vom Endgerät zum Server und vom Server zum nächsten Endgerät sind die Inhalte so verschlüsselt, dass niemand Einblick erhält. Auf dem Server selbst sind fast immer die Inhalte unverschlüsselt und können vom Betreiber theoretisch mitgehört werden.

Nur Ende-zu-Ende-verschlüsselte Angebote wären wirklich vertraulich. Jitsi Meet bietet diese Funktion mittlerweile experimentell an.

Bekannte Plattformen

Die Plattformen werden laufend weiter entwickelt. Daher würde eine ausführliche Funktionsbeschreibung oder ein -vergleich sehr schnell veralten. Die folgende Aufzählung ist daher eher als grobe Richtschnur zu verstehen. Rückmeldungen sind hierzu ausdrücklich willkommen:

Zoom: Der Platzhirsch für Videokonferenzen. Populär, weil die Software-App viele Teilnehmenden-Vidoes problemlos gleichzeitig anzeigt. Im Browser nur sehr eingeschränkt nutzbar. Moderation verpflichtend. Wegen Sicherheitsmängeln, Falschangaben über Verschlüsselung und intransparenten Datenweitergaben in der Kritik. Offene Frage nach DSGVO-Konformität. Je nach Kostenmodell unterschiedliche Funktionalität.

Jitsi Meet: Sehr intuitiv bedienbares Videokonferenzsystem, das sehr aktiv weiter entwickelt wird. OpenSource und kostenfrei einsetzbar. Funktionsumfang hängt stark von der Installation ab. Freie Server sind z.B. meet.dbjr.org (DBJR), meet.ffmuc.net (Freifunk München), meet.jit.si (Jitsi-Entwicklerteam). Browserbasiert. Für Mobilgeräte (Android und iOS) kostenlose Jitsi-Meet-App, die sich mit beliebigen Servern verbinden kann. Je nach Server haben Nutzende hinter Firmen-Firewalls ein Problem.

BigBlueButton: Umfangreiches Webinar-System. OpenSource und kostenfrei einsetzbar. Browserbasiert. Lernkurve berücksichtigen. Kann in andere Systeme eingebettet werden, z.B. Moodle, Nextcloud. Freie Server z.B. blue.dbjr.org (DBJR, experimentell) und demo.bigbluebutton.org (Entwicklerteam). Je nach Server haben Nutzende hinter Firmen-Firewalls ein Problem.

Whereby.com (früher appear.in): Videokonferenzsystem der skandinavischen Telenor. Bis 4 Personen kostenfrei. Browserbasiert und mit Mobil-Apps nutzbar.

Cisco WebEx: Modulares System, kann sowohl gemietet wie auch selbst betrieben werden.

Microsoft Teams: Gut in Microsoft-Umgebungen integriert, aber tw. umständlich. Versucht Teilnehmende zu einem Microsoft-Account zu überreden und grenzt bei Nutzung über die Software-App andere E-Mail-Adressen aus nicht intuitiven Gründen aus. Manche Browser werden aktiv ausgeschlossen, die technisch aber in der Lage sind (und dann über Tricks wieder nutzbar werden).

GoToMeeting und GoToWebinar: Kommerzielles System. Bis 250 Teilnehmende.

Nextcloud Talk: OpenSource und kostenfrei, muss aber selbst innerhalb einer Nextcloud betrieben werden, sehr gut integriert in die Groupware. Dank Mobil-Apps auch als dauerhafter Chat-Messenger nutzbar. Aufwändige Server-Installation für Videokonferenzen mit mehr als 5-10 Nutzer*innen.

Weitere kommerzielle Lösungen: Adobe Connect, Skype, Google Meet, …

Weitere freie Lösungen: Apache OpenMeetings

Technisches

Der verfügbare Internetanschluss der Teilnehmenden hat große Auswirkungen auf die Qualität des Treffens. Dabei muss unterschieden werden zwischen der eigentlichen Internetverbindung („Hausanschluss“ ins Internet) und der Verbindung des genutzten Endgeräts bis zum Hausanschluss (WLAN/LAN).

Hausanschluss: Die meisten Internetanschlüsse sind darauf ausgelegt, dass man sehr viele Daten empfängt, aber wenig sendet. Bei Audio- und Videokonferenzen benötigt man aber auch in Senderichtung eine gute Leistung. Ein DSL16000-Anschluss bietet im Download zwar 16 Mbit/sek, aber in Senderichtung meist nur 1 Mbit/sek – das reicht gerade so für eine Videokonferenz. Zwei Personen parallel im Home Office bemerken hier schon deutliche Qualitätseinschränkungen.

Funkverbindungen über Mobilfunknetze (UMTS, LTE, 5G) und auch Internetanschlüsse über das Fernsehkabel sind sog. „shared media“, d.h. wenn in der Nachbarschaft viele Personen aktiv sind, verlangsamt sich die eigene Verbindung. Bei DSL und Glasfaser-Anschlüssen ist das selten ein Problem.

Endgeräte: Die Verbindung des Endgeräts bis zum Hausanschluss sollte im besten Fall kabelgebunden (LAN) sein, denn Funkverbindungen über WLAN sind störanfällig: Abstand zum Access Point, mehrere Benutzer*innen im selben WLAN, Betonwände, Wasserleitungen und auch Mikrowellen beeinträchtigen die Verbindungsqualität.

Firewalls und Router: Das eigene Endgerät ist normalerweise nicht direkt im Internet, sondern wird durch einen Router („NAT“, z.B. eine Fritz!Box) oder via eine Firmen-Firewall mit dem Internet verbunden. Dieser Schutzmechanismus hat jedoch Auswirkungen auf Audio- und Videoverbindungen. Oft sind bestimmte Verbindungstypen / Ports geblockt, z.B. um ein Abhören der Endgeräte zu verhindern oder weil die Internetlast nicht zu groß ausfallen soll. Hier hilft nur mit dem Administrationsteam der Firewall Kontakt aufzunehmen oder beim heimischen Router ggf. die Einstellungen zu kontrollieren.

Software auf dem Endgerät: In den ersten Monaten 2020 hat die Technik für digitale Treffen einen großen Sprung nach vorne gemacht. Daher ist es derzeit umso wichtiger, möglichst aktuelle Software einzusetzen. Am besten sind Chromium-basierte Browser oder ein Firefox ab Version 76 (Mai 2020). Beim Microsoft Edge ist die Neuentwicklung seit Anfang 2020 zu bevorzugen (Edge ab Version 79), die seit Juni automatisch auf Windows 10 verteilt wird (und auch für Windows 7 noch zur Verfügung stehen soll). Komplett veraltet ist der Microsoft Internet Explorer, der seit fünf Jahren nicht mehr entwickelt wird und daher auch gar nicht mehr genutzt werden sollte.

Welche Erfahrungen habt ihr mit digitalen Treffen gemacht? Habt ihr weitere Hinweise und Anregungen?

Ankündigung: Umzug Barcamp-Tools am 28. Juli

Wir ziehen um! [Foto von Matthew Hamilton auf Unsplash]

Seit mehreren Jahren betreiben wir barcamptools.eu. Wir freuen uns dabei über stetig steigende Nutzerzahlen. Selbst in Corona-Zeiten werden darüber laufend neue öffentliche und nicht-öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. Unser Server ist seit mehreren Jahren in Betrieb und war ursprünglich gar nicht auf so eine große Nutzung angelegt.

Im Frühjahr haben wir daher bereits den parallel betriebenen Etherpad-Server erneuert. Unser Umsetzungspartner COM.lounge hat uns dabei sehr unterstützt den sprunghaften Nutzeranstieg zum Beginn der Corona-Zeit zu meistern.

Nun steht der Umzug und Modernisierung der Barcamptools selbst an. Aufgrund der breiten Nutzung ist es nicht so einfach ein Zeitfenster zu finden, das für alle Beteiligten und Betroffenen akzeptabel ist. Leider ist der Umzug ohne eine Offline-Zeit nicht zu machen.

Wir möchten daher darüber informieren, dass die Barcamptools am Dienstag 28. Juli teilweise nicht zur Verfügung stehen werden. Auch in den ersten Tagen danach kann es möglicherweise zu Einschränkungen kommen, die wir aber versuchen weitestgehend zu minimieren. Im besten Fall ist ab dem 29. Juli wieder alles wie gewohnt verfügbar.

Wir möchten darauf hinweisen, dass beim Umzug die Erreichbarkeit auch von eurem Provider, Router und Firewalls abhängig ist – denn diese aktualisieren ihre Adresszwischenspeicher teilweise nur einmal täglich. Es kann also sein, dass der Umzug bereits vollständig stattgefunden hat, eure Infrastruktur das aber noch nicht „bemerkt“ hat. Hier hilft ggf. ein kurzer Hinweis an eure IT-Administration – oder einfach eine Nacht darüber zu schlafen.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert besonders bei Zugriffen in diesen Tagen bewusst vorher den Browsercache zu löschen bzw. ein Neuladen zu erzwingen, um wirklich immer den richtigen Zustand der Website und der Veranstaltungen zu sehen.

Seit einigen Monaten sind die Barcamptools.eu auch unter der kürzeren Adresse barcamps.eu erreichbar. Im Zuge der Modernisierung wird barcamps.eu die neue Hauptadresse sein, d.h. auch die weiteren Unterseiten wie der „Camper-Blog“ wird dann mit einer einfacheren Adresse online sein.

Bei Fragen und Hinweisen stehen wir über die E-Mail-Adresse digital@dbjr.de zur Verfügung. Grundsätzlich bitten wir um etwas Geduld, falls nicht sofort alles wieder 100%ig funktionieren sollte.

Stabilitätsupdate für Antragsgrün

Mit Version 4.6.1 erschien vor wenigen Tagen ein Stabilitätsupdate für Antragsgrün. Grundlegende Programmbibliotheken wie Yii und jQuery wurden aktualisiert. Im Bereich der Barrierefreiheit, die seit der 4.6.0 besonders im Fokus steht, konnten weitere kleine Verbesserungen vorgenommen werden. Und die Reaktionsgeschwindigkeit von Antragsgrün konnte an ein paar Stellen erhöht werden.

Konkrete Verbesserungen

Wenn für einen Antrag oder einen Änderungsantrag Unterstützer*innen gesucht werden, dann ist dieser Zeitraum nun nicht mehr automatisch abhängig von der Einreichungsfrist für Anträge.

Die Darstellung von Änderungsanträgen wurde verbessert: Manchmal hatte Antragsgrün unveränderten Text in Änderungsanträgen als „gelöscht und wieder eingefügt“ aufgeführt. Das verwirrte ein bisschen und ist nun behoben. Auch sollten bei Listenaufzählungen bestimmte Auslassungsfehler nicht mehr auftreten. Wenn Änderungsanträge nicht durchnummeriert waren, konnte dies bisher die Bearbeitung beeinträchtigen. Dies sollte nun nicht mehr auftreten. Das Stellen eines Änderungsantrags auf Basis eines bestehenden Änderungsantrags stellt nun auch beim Admin-/Orga-Zugang sicher, dass alle Textelemente bearbeitet werden können.

Anträge im Entwurfsstadium können sicherheitshalber nur noch aufgerufen werden, wenn man die ausdrücklichen Zugriffsrechte dazu hat. Die englische Sprachversion zeigt Datum und Uhrzeit nun stimmiger an.

Beim Rücksetzen des eigenen Farbschemas beachtet Antragsgrün nun die Barrierefreiheit-Verbesserungen.

Die neue Antragsgrün-Version kann über den Web-Updater jederzeit mit wenigen Klicks eingespielt werden.

Bekannte Fehler

Offenbar gibt es derzeit bei einigen Providern Probleme mit dem E-Mail-Versand durch Antragsgrün. Dadurch können z.B. notwendige E-Mails zum Zurücksetzen des Passworts nicht verschickt werden. Dieses Problem wird derzeit geprüft.

Auf dem Weg zum Online-Tagungshaus mit BigBlueButton und Nextcloud

Während derzeit Seminare und Konferenzen als Präsenzveranstaltungen nur reduziert stattfinden können, ist die Nachfrage nach Online-Treffen groß. Dieser Bedarf an „Online-Tagungshäusern“ wird nicht nur in der Jugendarbeit formuliert. Eine mögliche Lösung bietet sich durch die Verknüpfung der Open-Source-Plattformen BigBlueButton und Nextcloud an. Daher unterstützen wir derzeit die Entwicklung einer Integrationslösung der beiden Tools.

Was ist BigBlueButton, was ist Nextcloud?

BigBlueButton ist eine Open-Source-Software für Videkonferenzen mit Seminarcharakter. Sie bietet also nicht nur nur Audio- und Videounterhaltungen, sondern auch unterstützende Werkzeuge für die Zusammenarbeit: gemeinsame „Whiteboards“ (Tafeln, auf denen man sich gemeinsam kreativ austoben kann), „Breakout-Rooms“ (Aufteilen in Unterarbeitsgruppen), automatisch integrierte Notizbereiche und hinterlegbare Präsentationen und Videoaufzeichnungen. „BBB“ ist kostenfrei und kann auch auf einem eigenen Server installiert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Sessions mit 80-100 Teilnehmenden ohne Weiteres auf einem eigenen Server durchgeführt werden können.

Logo Nextcloud

Nextcloud wiederum ermöglicht Teamwork in allen Facetten – gemeinsam texten, Vorhaben planen, Budgets gemeinsam bespielen, Formulare erstellen und Umfragen durchführen, Termine finden, Adressen und Termine verwalten. Und ganz „nebenbei“ natürlich die Kernfunktion: Dateien gemeinsam ablegen, organisieren, kommentieren und teilen.
Nextcloud ist dabei nicht als Einbahnstraße konzipiert: Offene Standards werden für Import und Export unterstützt, aber auch für den Live-Betrieb wird nicht immer das Rad neu erfunden.
Ebenso wie BigBlueButton kann Nextcloud frei installiert und genutzt werden, funktioniert dabei aber schon auf einfachen Webhosting-Paketen mit PHP und MySQL/MariaDB. Kleinere Organisationen können daher Nextcloud parallel zu einer bestehenden Website einrichten und ohne weitere Kosten recht schnell loslegen. Zudem gibt es eine zunehmende Anzahl von Providern, über die mehr oder weniger fertig eingerichtete Nextclouds kostengünstig gemietet werden können.

Das Beste aus zwei Welten zusammenbringen

Während BBB im Bereich des »Web-Conferencing« (Eigenbeschreibung) sehr gut aufgestellt ist, fehlen der Plattform für verschiedene Bedarfe in Kursen und Tagungen ein paar Funktionen: Für das Hinterlegen von Dokumenten, Einrichten von Umfragen und für die Evaluierung muss man sich andere Werkzeuge suchen. Allerdings ist BBB sehr offen konzipiert, so dass es gut in andere Plattformen integriert werden kann. Die fehlenden Aspekte werden durch Nextcloud hervorragend ergänzt: Da die Stärke der eigenen Cloud genau in diesen Groupware-Funktionalitäten liegt, ist Teamwork über längere Zeiträume hinweg gut abbildbar.

Seminare, Fortbildungen und Konferenzen stehen häufig nicht für sich allein, sondern sind in Arbeitsprozesse eingebettet oder als Module konzipiert. Das Ziel ist also, BBB für den Live-Austausch zu nutzen und Nextcloud für die informativen und kooperativen Elemente in den Zwischenphasen.

Wie kann ich die BBB-Integration in Nextcloud selbst einsetzen?

Voraussetzung ist die eigene Nextcloud, gemietet oder selbst betrieben, und die Erlaubnis auf einen BigBlueButton-Server per externer Schnittstelle zuzugreifen. Am besten ist es natürlich, wenn man den Server selbst betreibt. Im Admin-Zugang der Nextcloud kann die BBB-Erweiterung direkt aus dem offiziellen Nextcloud-AppStore heruntergeladen und in wenigen Sekunden aktiviert werden. Kosten entstehen hierbei keine.

Sobald die BBB-App in der eigenen Nextcloud aktiviert und mit den Zugangsdaten des BBB-Servers verbunden ist, stehen den Nutzer*innen folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Seminarraum mit Einstellungen erstellen
  • Gastzugänge einrichten
  • Räume mit anderen Nutzer*innen, Gruppen und Kreisen teilen
  • Präsentation hinterlegen
  • Aufzeichnungen verwalten
  • Aktivitäten der Räume ansehen

Wie funktioniert die Weiterentwicklung?

Die Federführung der BigBlueButton-Integration in Nextcloud hat der Open-Source-Entwickler Klaus Herberth übernommen. Er hat schon mehrere Erweiterungen für Nextcloud geschrieben oder war daran beteiligt (z.B. die Chat-App JSXC). Über das Projekt jugend.beteiligen.jetzt war es uns möglich wichtige Grundlagen für die Integration zu finanzieren. Derzeit ist die Erweiterung in Version 0.5.1 verfügbar. Sobald weitere Unterstützer*innen gefunden werden, wird die Entwicklung weiter vorangetrieben. [Update 30.09.2020: Mittlerweile sind vier Verbesserungsrunden umgesetzt und die Erweiterung trägt offiziell die Version 1.1)

Über den aktuellen Entwicklungsstand kann man sich jederzeit auf Github informieren. Dort könnt ihr auch Fehlerberichte schreiben oder Vorschläge für neue Funktionen machen: https://github.com/sualko/cloud_bbb/releases

Fazit: Große Fortschritte, aber noch Einiges zu tun

Klar ist: Dank Open-Source-Software wie BigBlueButton und Nextcloud ist es möglich in Eigenregie ein kleines Online-Seminarhaus aufzubauen. Das Konzept und die Umsetzung sind noch nicht ganz rund, und erfordern noch ein wenig Weiterdenken und Entwicklungsarbeit. Zusätzliche Nextcloud-Module wie die Termine-App oder die Formulare-App (für Anmeldungen) sollten hier auf jeden Fall mitgedacht werden.

YOPAD.EU: Antworten auf häufige Fragen zum Etherpad

Unter yopad.eu stellen wir einen frei nutzbaren Etherpad-Server zur Verfügung: Etherpads ermöglichen die spontane gemeinsame Arbeit an Texten. Das ist besonders nützlich für örtlich verteilte Gruppen und Teams. Damit diese Arbeit noch einfacher wird, haben wir hier häufige Fragen und Antworten zusammengestellt.

1. Wieso ist die Verbindung manchmal instabil?

Unser Server steht in einem großen deutschen Rechenzentrum. Damit ist eine gute Verfügbarkeit sichergestellt. Gelegentlich führen wir Wartungsarbeiten wie das Einspielen von Updates durch, die in der Regel nur wenige Minuten lang die Erreichbarkeit einschränken.

Häufig liegt eine instabile Verbindung zurm Etherpad an einer eingeschränkten Internetverbindung des Endgeräts. Insbesondere bei drahtloser Internetverbindung, also der Nutzung von WLAN oder mobilem Internetzugang (3G/UMTS, 4G/LTE etc.) kann es zu Verbindungsunterbrechungen kommen: Mehrere Personen oder WLANs teilen sich hier dasselbe Funkspektrum; zudem können Stahlbeton-Wände, Wasserleitungen und bei WLAN im 2,4 GHz-Bereich auch Mikrowellen die Verbindungsqualität beeinträchtigen. Daher ist eine Verbindung mit LAN-Kabel zum Router immer am besten.

Auch das Endgerät selbst kann die Verbindung unterbrechen: Aufgrund von Stromsparmechanismen legen Browser die Tabs im Hintergrund mittlerweile schnell „schlafen“. Diese Art von Standby-Zustand unterbricht dann zeitweise die Verbindung zum Etherpad. Weiterhin kann die generelle Auslastung des Endgeräts dazu führen, dass Anwendungen verlangsamt ausgeführt werden oder aus dem Arbeitsspeicher herausfallen. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass möglichst wenige Anwendungen zur selben Zeit geöffnet sind. Immer sinnvoll ist zudem, einen möglichst aktuellen Webbrowser zu benutzen. Auf Windows 10 sind häufig zwei Microsoft-Browser zu finden: Der Internet Explorer und sein Nachfolger Microsoft Edge. Der Internet Explorer wird seit mehreren Jahren nicht mehr weiter entwickelt und sollte daher möglichst nicht genutzt werden – wir testen unsere Angebote nicht mehr damit.

2. Warum kann ich mein Pad nicht mehr finden?

Ihr erinnert euch an den Namen des Pads und findet doch nicht wieder dorthin zurück: Das kann an der Groß- und Kleinschreibung des Pad-Namens liegen, welche sich in der Adresse des Pads widerspiegelt. So sind beispielsweise https://yopad.eu/p/beispiel und https://yopad.eu/p/Beispiel zwei unterschiedliche Pads.

Leider können wir nicht weiterhelfen, wenn der Name des Pads nicht mehr bekannt ist. Die Adresse des Pads sollte daher stets notiert werden.

3. Kann ich den Zugriff auf ein Pad beschränken?

Der Charme von Etherpads ist die Möglichkeit spontan loszuschreiben und ohne Hürden gemeinsam aktiv zu werden. Ein Login-System ist daher auf unserem Server nicht vorgesehen. Entsprechend ist der Server nicht für personenbezogene oder vertrauliche Texte geeignet.

Allerdings gibt es die Möglichkeit, eine Pad-Adresse mit einem Nur-Lese-Link zu teilen: Die Auskunft dazu erreicht ihr über die entsprechende Schaltfläche im Pad oben rechts (</>). Dabei muss man aber bedenken, dass alle Nutzer:innen, die die ursprüngliche Pad-Adresse erraten, dann dennoch selbst schreiben können.

4. Aus welchem Grund haben manche Teilnehmende gelegentlich neue Schriftfarben?

Die Farbe der Schrift wird beim erstmaligen Öffnen eines Pads zufällig vergeben. Man kann sie aber rechts oben selbst für sich anpassen. Bei einer späteren Rückkehr geschieht es jedoch häufiger, dass man eine neue Farbe zugewiesen bekommt: Da das System ohne Login-System funktioniert, gibt es nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, einzelne Nutzende wiederzuerkennen. Aus diesem Grund generiert das Pad eine Zufallskennung als Cookie. Solange dein Browser das Cookie gespeichert hat, kann das Etherpad dich wieder erkennen und so auch die richtige Schriftfarbe weiter verwenden.

Je nachdem wie ein Browser (Firefox, Chrome, Edge, Safari, Vivaldi, Opera) konfiguriert ist, behält oder löscht er Cookies beim Neustart. Wenn also sichergestellt werden soll, dass ein:e Nutzer:in wiedererkannt werden soll, darf das jeweilige Cookie nicht gelöscht werden.

Browser bieten hierzu an, dass man für einzelne Server eine Lösch-Ausnahme einträgt. Abseits davon können Nutzende wie beschrieben ihre Farbe auch nachträglich wieder passend einstellen.
Weitere Informationen werden in einem Hintergrundartikel zur Funktionsweise von Cookies und Wiedererkennung beschrieben.

5. Warum sollte man keine vertraulichen Informationen in Etherpads schreiben?

Es gibt mehrere Gründe, weshalb man keine vertraulichen oder persönlichen Informationen in einem Pad festhalten sollte. Das fehlende Login- und Berechtigungssystem ist der Hauptgrund. Zwar wird nirgendwo eine Übersicht der vorhandenen Pads veröffentlicht. Aber viele Pad-Namen lassen sich leicht erraten oder können durch automatisierte Bots ausfindig gemacht werden.

Der Bearbeitungsverlauf und die Chathistorie ist für alle einsehbar, die Zugriff auf das Pad haben.

6. Was kann man tun, wenn die Im- oder Exportfunktion nicht funktioniert?

Das Etherpad bietet verschiedene Methoden bzw. Dateiformate für den Export an. Die verschiedenen Formate werden dabei in unterschiedlicher Qualität unterstützt. Im Zweifelsfall funktioniert auch das einfache Copy & Paste, also den Etherpad-Text markieren und in ein anderes Programm (Textverarbeitung) zu übernehmen. Das gilt auch für den Weg ins Pad – also für den Import.

Je nach den von euch verwendeten Programmen müsst ihr beim Weg übers Kopieren und Einfügen möglicherweise ein wenig bei den Zeilenumbrüchen nacharbeiten.

7. Wann wird das Pad gelöscht?

Pads können mit unterschiedlichen Löschfristen angelegt werden. Wenn ihr ein Pad erstmalig direkt über die URL erstellt (und nicht über das Formular auf der Startseite), dann wird die 30-Tage-Frist gesetzt: Das bedeutet, dass das Pad nach 30 Tagen Untätigkeit automatisch gelöscht wird. Umgekehrt bedeutet es wiederum, dass ein häufig genutztes Pad dauerhaft bestehen bleiben kann, weil es nie die 30 Tage Inaktivität erreicht.

Falls eine andere Dauer beim Erstellen ausgewählt wurde, ist dies am Ende der Pad-Adresse sichtbar. So wird beispielsweise das Pad unter https://yopad.eu/example-365days nach 365 Tagen der letzten Änderung gelöscht.

Eine nachträgliche Veränderung des Zeitraums für ein Pad ist nicht möglich. Ihr könnt allerdings bei uns anfragen, wenn ein Pad aus bestimmten Gründen direkt vom Server entfernt werden soll.

8. Könnt ihr diese oder jene Funktion ergänzen?

Wir stellen den Etherpad-Server im Rahmen unserer Möglichkeiten zur Verfügung. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf einem möglichst stabilen und sicheren Betrieb. Mehrere Etherpad-Erweiterungen stellten sich in der Vergangenheit als problematisch heraus, weil sie entweder ganze Pads zerlegen oder mit Software-Aktualisierungen nicht mehr kompatibel sind. Das war z.B. bei der Tabellen-Erweiterung und beim Wörter-Zählen-Modul der Fall. Daher mussten wir uns dazu entscheiden, diese Module wieder zu entfernen. Wenn es neue Versionen dieser Module gibt, werden wir sie gerne prüfen und wieder ins System integrieren.

Für komplexere Dokumente (Grafiken, Tabellen, Seitennummerierungen) und andere Dokumenttypen (Präsentationen, Tabellenkalkulation, Zeichnungen) ist ein Etherpad nicht gut geeignet. Hierfür empfehlen wir euch, die freie Kollaborationssoftware Nextcloud anzusehen. Nextcloud kann man mit wenig Aufwand selbst auf einem Webserver installieren oder bei einem Provider fertig installiert mieten. Innerhalb von Nextcloud stehen mit Collabora und OnlyOffice zwei vollwertige Office-Pakete zur Verfügung, die nahezu keine Wünsche mehr offenlassen. Und ein Mini-Etherpad-Ersatz ist auch dabei: Nextcloud Text.

Euer Feedback ist herzlich willkommen. Ihr erreicht uns am besten per E-Mail an digital@dbjr.de.

Antragsgrün 4.6: Barrierefreiheit, Live-Änderungsanträge, automatische Übersetzung

Die Entwicklung von Antragsgrün läuft derzeit auf Hochtouren. Schon wenige Wochen nach der letzten größeren Veröffentlichung wurde nun Version 4.6 freigegeben. Gerade in Sachen Barrierefreiheit hat Antragsgrün einen großen Schritt nach vorne gemacht. Für Live-Diskussionen ist besonders die neue Möglichkeit, auch während der Beratung noch Änderungsanträge zu akzeptieren, sehr hilfreich. Und die Einbindung von Übersetzungsdiensten macht Diskussionen für mehrsprachige Teilnehmendenkreise zugänglicher.

Live-Beratung über „Änderungsanträge einpflegen“

Wer Antragsgrün über die Funktion „Änderungsanträge einpflegen“ bei Veranstaltungen direkt auf die Leinwand wirft, konnte bislang schriftliche Änderungsanträge nur bis zum Beginn der Diskussion annehmen. Neu in Version 4.6 ist nun, dass Änderungsanträge für spätere Absätze noch während der Beratung mit integriert werden können. Sobald Änderungsanträge freigeschaltet/veröffentlicht wurden, erscheinen sie nun automatisch in der Einpflegen-Ansicht an der entsprechenden Stelle.

Zudem zeigen einzeln aufgerufene Änderungsanträge nun etwas mehr Kontext – also nicht mehr nur die eine sich ändernde Zeile, sondern auch die Zeile zuvor und danach, solange sich diese im selben Absatz befinden.

Tagesordnungen und Anträge erstellen

Das Bearbeiten von Tagesordnungen wurde etwas komfortabler: Änderungen werden sofort gespeichert, wenn man den ✓-Button klickt, und müssen nicht noch einmal zusätzlich gespeichert werden.

Nummerierte Listen sind deutlich flexibler geworden: Es sind nun verschiedene Nummerierungsschemata möglich, z.B. (1), 1. oder a.. Einzelne Listenpunkte können die reguläre Nummerierung überschreiben, um z.B. eingefügte Nummern wie „2a“ zu ermöglichen, oder um Nummern zu überspringen. Dadurch wird es leichter, Satzungen oder Gesetzestexte in Antragsgrün einzupflegen und Änderungsanträge dafür zu ermöglichen. Die Funktionen hierfür findet man, wenn man beim Eingeben eines Antrags eine nummerierte Liste anlegt und dann auf einen Listenpunkt rechts klickt.

Barrierefreiheit und mehrsprachige Diskussionen

Viel Arbeit floss in den letzten Wochen in die Barrierefreiheit von Antragsgrün. Es orientiert sich dabei am Standard WCAG 2.0 (AA), um Antragsgrün über Screenreader zugänglich zu machen, die Navigation per Tastatur zu vereinfachen und die Lesbarkeit der Schrift zu verbessern – wozu auch kleinere Layout-Anpassungen nötig waren. Weitere Verbesserungsvorschläge in diesem Bereich sind herzlich willkommen.

Für Konferenzen, bei denen es internationale Teilnehmende oder Gäste gibt, besteht nun die Möglichkeit für Anträge, Änderungsanträge sowie auf der Startseite einen Übersetzungs-Button einzublenden, der wahlweise Google Translate oder den Bing Translator einbindet. Damit entfällt die bisherige Notwendigkeit, dies händisch anzulegen, wie wir es in unserem „Tipps & Tricks zu Antragsgrün“ vor einem Jahr beschrieben hatten. Die neue Funktion lässt sich in Einstellungen -> Aussehen und Bestandteile der Seite -> Übersetzungs-Links einrichten.

Woher bekomme ich die neue Version von Antragsgrün?

Wir empfehlen euch die neue Version direkt mit dem Online-Updater in Antragsgrün einzuspielen. Der Aktualisierungsvorgang erfordert nur wenige Mausklicks und ist in weniger als einer Minute abgeschlossen.

Wenn ihr Antragsgrün erstmalig installieren möchtet, erhaltet ihr die Installationsdateien direkt im öffentlichen Github-Repository: https://github.com/CatoTH/antragsgruen/releases. Die Installations-Datei (z.B. als ZIP) muss entpackt und in ein Verzeichnis bei eurem Webhoster transferiert werden. Beim ersten Aufruf des Verzeichnisses über euren Browser startet der Einrichtungsassistent, der die Datenbank und die erste Veranstaltung anlegt.

Wir stellen vor: YOPad.eu – unser nagelneuer Etherpad-Server!

Seit mehreren Jahren betreiben wir den Etherpad-Server yourpart.eu. Mit Etherpads kann man sofort gemeinsam losschreiben und parallel chatten, egal wo man sich befindet. Die erfreulich niedrigschwellige Nutzungsmöglichkeit führte dazu, dass der Server sehr aktiv genutzt wurde: Am Ende verzeichneten wir über 60.000 Pads. Leider war der alte Server nun schon einige Monate am Leistungslimit, was sich durch die Corona-Krise und die damit einhergehende Nutzungssteigerung noch einmal verschärft hat.

Yopad.eu ist der Nachfolger von Yourpart.eu

Seit gestern gibt es nun Ersatz. Wir präsentieren Euch den Nachfolger yopad.eu – shiny and new!

Startseite yopad.eu
Beim Anlegen kann man nun auswählen, ob das Pad nach 1 Tag, nach 30 Tagen oder nach einem Jahr Inaktivität gelöscht werden soll.

Wie bisher braucht ihr zum Loslegen nur einen Browser eurer Wahl und einen Namen für eurer Pad, so dass alle darauf zugreifen können. Texte können von beliebig vielen Personen gleichzeitig getippt und verändert werden. Jeder Person ist dabei eine Farbe zugewiesen, so dass man erkennt wer was getippt hat. Ein Chat-Fenster rechts unten erlaubt euch eine Unterhaltung zum Text oder auch zu ganz anderen Themen. Die Unterhaltung bleibt solange erhalten, wie auch das Pad vorhanden ist – also nichts Vertrauliches posten!

Es stehen Formatierungsmöglichkeiten wie Überschriften, Fettung, Unterstreichung und Aufzählungen zur Verfügung. Lediglich die Einbindung von Bildern ist nicht vorgesehen, da dies bei öffentlichen Pads ohne Login schnell zu Urheberrechtsproblemen führen könnte.

Was alles neu ist

Der neue Etherpad-Server ist aber nicht nur der Ersatz für yourpart.eu, er bietet auch zusätzliche Möglichkeiten:

  • Automatisches Löschen: Wenn ein Pad eine Weile nicht mehr genutzt wird, greift das automatische Löschen – ihr könnt euch entscheiden: nach 1 Tag / 30 Tagen / 1 Jahr. Wenn ein Pad mittels direktem Link yopad.eu/p/irgendeinneuespad aufgerufen wird, dann greift automatisch der neue Standardwert von 30 Tagen Inaktivität bis zum automatischen Vergessen. Trotz dieser verbesserten Möglichkeiten empfehlen wir euch natürlich weiterhin nicht, personenbezogene oder vertrauliche Daten in ein Pad zu schreiben. Falls es doch mal geschieht: Im Notfall können wir natürlich weiterhin auf Anforderung einzelne Pads zentral löschen.
  • Tabellen: Pads können nun auch Tabellen beinhalten. Über einen neuen Button im oberen Menü können sie interaktiv eingefügt und bearbeitet werden. (Wichtiger Hinweis 15.04.2020: Das Einfügen von Links in Tabellen funktioniert nicht) [Update 28.04.2020: Das Tabellen-Plugin verursacht dauerhafte Probleme. Es steht derzeit keine Lösung in Aussicht. Daher haben wir uns dazu entschlossen die Erweiterung wieder zu entfernen.]
  • Kommentare: Wenn ihr Textstellen markiert habt, könnt ihr diese mit einem Kommentar und Änderungsvorschlägen versehen, ähnlich zu Microsoft Word oder LibreOffice Writer
  • Zeilennummerierung: links von der Seite
  • Buchstaben und Wörter zählen
  • Import und Export von weiteren Dateiformaten: Hier gibt es die kleine Einschränkung, dass Tabellen nicht mit exportiert werden.
Neue Funktionen im Editor
Rot markiert: neue Funktionen im Editor

Vorsicht mit Uralt-Browsern

Etherpads können generell mit allen üblichen Browsern bearbeitet werden. Allerdings möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Microsoft Internet Explorer 11 nicht mehr dazu gehört. Microsoft hat ihn bereits vor vier Jahren durch den Microsoft Edge ersetzt und warnt mittlerweile selbst vor der Nutzung des IE. Unsere Angebote werden entsprechend nicht mehr auf Kompatibilität getestet.

Bekannte Probleme [Update 28.04.2020]

  • Die meisten Probleme wurden von der Tabellen-Erweiterung verursacht. Dieses Modul ist leider sehr fehlerhaft und wir können hier kurzfristig keine Abhilfe schaffen. Daher wird die Erweiterung heute wieder deaktiviert.
  • Die Tabellen-Erweiterung macht noch Probleme. Auf keinen Fall sollte versucht werden Hyperlinks in Tabellen einzutragen, da die Tabelle sich damit beschädigt.
  • Tabellen-Export in Dateien funktioniert nicht. Wir empfehlen Copy & Paste aus dem Pad und Einfügen in die Textverarbeitung eurer Wahl.
  • Der Bearbeitungsverlauf funktioniert nicht zuverlässig.

Was ist mit den alten Pads?

Das bisherige Yourpart.eu wird in den Lesemodus versetzt. Die alten Pads können noch bis Ende August benutzt werden. Dann wird der alte Server endgültig abgeschaltet und alle alten Pads gelöscht.

Die Etherpad-Software wird nicht von uns selbst entwickelt. Dahinter steht ein langjähriges Open-Source-Projekt, über das man unter etherpad.org mehr erfahren kann.