In eigener Sache: DBJR sucht Mitarbeiter*in für Digitales zur Aufstockung des Teams

Der Deutsche Bundesjugendring sucht zum nächstmöglichen Termin eine*n Mitarbeiter*in zur Unterstützung der Digitalisierung im DBJR mit einem Beschäftigungsumfang von 50% der betrieblichen Arbeitszeit. Die Stelle ist zunächst befristet bis 31. Dezember 2020. Eine Weiterbeschäftigung wird angestrebt. Bewerbungsfrist ist der 22. November 2019.

Detaillierte Informationen gibt’s unter www.dbjr.de/artikel/mitarbeiterin-fuer-digitales-gesucht/

Onlinekurs »Alles was Recht ist« zu digitaler Jugendbeteiligung

Die Kolleg*innen in unserem Partnerprojekt bei IJAB haben einen Online-Kurs zu Rechtsfragen rund um digitale Partizipation aufgesetzt. Dieser MOOC (Massive Open Online Course) ist für Teilnehmende kostenfrei und beginnt am 14. Oktober. Später einsteigen ist natürlich ebenfalls möglich.

Um was geht’s?

Der MOOC vermittelt Grundlagenwissen zu rechtlichen Fragen, die relevant werden, wenn Jugendliche digital beteiligt werden. Für die Umsetzung gibt es Hilfestellungen, gute Beispiele und Tipps von Expert*innen aus der Praxis. Interaktive Elemente runden den Kurs ab.

Die Teilnahme am Kurs ist auf vier Wochen angelegt. Ungefähr zwei Stunden Arbeitsaufwand pro Woche solltet ihr einplanen. Am Ende erhalten die Teilnehmenden ein Weiterbildungszertifikat.

Wer hat den Kurs entwickelt?

Das Projekt jugend.beteiligen.jetzt ist Initiator und Mitgestalter des Online-Kurses zum Thema digitale Beteiligung (kurz: jbjMOOC). Gemeinsam mit Kristin Narr, Medienpädagogin, und Verena Ketter, Professorin für Medien in der Sozialen Arbeit an der Hochschule Esslingen, wurde das Konzept für den jbjMOOCrecht erarbeitet. Der jbjMOOCrecht setzte bereits in der Konzeptions- und Planungsphase auf die Beteiligung und die Mitgestaltung junger Menschen. Studierende der Hochschule Esslingen produzierten partizipativ in einem Seminar innerhalb des Sommersemesters 2019 die Videos und stellen ihre Erfahrungen mit den Anwendungen als Videotutorials zur Verfügung.

Hier geht’s zur Anmeldung auf der Plattform oncampus »

Public Money, Public Code @ Nextcloud

Am kommenden Wochenende sind wir vor Ort bei der Nextcloud-Konferenz. Tim Schrock wird einen Lightning Talk darüber halten, wie Digitalisierung mit Nextcloud in Verbänden funktionieren kann und auf welche Herausforderungen man stößt. Außerdem werden wir vertreten sein auf der Podiumsdiskussion zu »Public Money, Public Code«. Wir werden mit anderen Akteur*innen darüber diskutieren, ob durch Steuergelder finanzierte Software nicht generell als freie Software veröffentlicht werden sollte.

Zum Einstimmen gibt es von der Free Software Foundation Europe einen kurzen Informationsclip (auf Deutsch):

CC-BY Free Software Foundation Europe fsfe.org / publiccode.eu/de/ & motionensemble.de

Übrigens: Wer es nicht selbst zur Nextcloud-Konferenz an die TU Berlin schafft, kann die Konferenz auch im Livestream oder später auf Youtube verfolgen. Mehr Informationen dazu findet ihr unter https://nextcloud.com/blog.

Trefft uns auf der Jugendmeile im BMFSFJ!

Wie in vergangenen Jahren präsentiert sich unser Projekt »jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation« mit einem Stand auf der Jugendmeile. Die »Jugendmeile« ist Teil des Tags der offenen Tür der Bundesregierung und wird direkt vor dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgebaut.

Bei uns könnt ihr verschiedene Mixed-Reality-Beispiele ausprobieren, euch mit VR-Brillen interaktiv am Stand bewegen und in einem spielerischen Format die derzeitigen Möglichkeiten von Virtual und Augmented Reality sowie 360°-Aufnahmen kennenlernen. VR-Brillen zum selbst Zusammenbauen können Besucher*innen als Give-away mit nach Hause nehmen.

Grafik: BMFSFJ

Gemeinsam mit »U18 – Die Wahl für Kinder und Jugendliche« haben wir zudem eine Stempelkarten-Aktion vorbereitet: Teilnehmende können sich nach dem Besuch verschiedener Stände zur Belohnung ein Getränk abholen und sich in unserem Chill-Out-Bereich ein wenig vom Trubel der Jugendmeile erholen.

Besucht uns 17./18. August von 10 – 18 Uhr am jbj-Stand in der Jugendmeile, Glinkastraße, Berlin. Wir freuen uns auf Gespräche, Gedankenaustausch und Diskussionen mit euch!

Das ganze Programm der Jugendmeile findet ihr auf der Website des Ministeriums: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/hallo–familienpolitik-/137564

In eigener Sache: DBJR sucht Mitarbeiter*in für Digitales zur Aufstockung des Teams

Der Deutsche Bundesjugendring sucht zum nächstmöglichen Termin eine*n Mitarbeiter*in zur Unterstützung der Digitalisierung im DBJR mit einem Beschäftigungsumfang von 50% der betrieblichen Arbeitszeit. Die Stelle ist zunächst befristet bis 31. Dezember 2020. Eine Weiterbeschäftigung wird angestrebt. Bewerbungsfrist ist der 18. August 2019.

Detaillierte Informationen gibt’s unter www.dbjr.de/artikel/mitarbeiterin-fuer-digitales-gesucht/

Collabora – so klappt die Zusammenarbeit im Online-Office von Nextcloud

Wer Nextcloud in Team nutzt, wird bald auf die Frage stoßen, ob und wie Dokumente mit mehreren Personen gleichzeitig bearbeitet werden können. Anlässe können beispielsweise sein:

  • Bisher komplizierte Abstimmungsverfahren per E-Mail sollen vereinfacht werden.
  • Bei Telefonkonferenzen sollen die Teilnehmenden live an einem Dokument oder einem Protokoll mitarbeiten oder zumindest mitlesen können.
  • Endgeräte wie Tablets, auf denen möglicherweise kein umfassendes Office-Paket vorhanden ist, sollen in Besprechungen produktiv genutzt werden.
  • Gestaltungsvarianten von z.B. Flyern oder Logos sollen diskutiert werden, die betreffenden Personen befinden sich aber an unterschiedlichen Orten.

Welche Lösungen bieten sich an? Neben den einfachen, aber funktional eingeschränkten Möglichkeiten von »Nextcloud Text« und Etherpad/Ethercalc bieten sich hier zwei vollwertige Online-Office-Lösungen an, die man in die Nextcloud einhängen kann. „Einhängen“ bedeutet, dass das Online-Office selbst auf einem separaten Server installiert ist und lediglich über eine Schnittstelle von der Nextcloud-Instanz angesprochen wird. Für die Nutzer*innen stellt diese Zusammenschaltung kein Hindernis dar, da das Online-Office innerhalb der Web-Oberfläche von Nextcloud angezeigt wird.

Die Menüleisten von Collabora Online-Office, integriert angezeigt in einer Nextcloud.

Online-Office: Welches nehmen?

Für Nextcloud stehen zwei Lösungen parat: OnlyOffice und Collabora. Die beiden Programme verfolgen leicht unterschiedliche Ansätze und haben daher auch unterschiedliche Stärken. OnlyOffice verlagert den Großteil der Rechenleistung auf den Client, was sich positiv auf die Reaktivität des Online-Office auswirkt. Bei Collabora führen ein stark belasteter Server oder eine schlechte Internetverbindung mitunter dazu, dass sich das Tippen träge anfühlt. Auch ist die Nutzeroberfläche von OnlyOffice etwas gefälliger gestaltet als beim eher spröden Collabora.

Technisch sieht die Sache aber anders aus: Besonders bei Import und Export von Dateien hat Collabora die Nase vorn, da es auf der sehr gut gepflegten Open-Source-Anwendung LibreOffice aufbaut. Der Einsatz von OnlyOffice birgt zudem weitere Unwägbarkeiten, weil die Endgeräte mehr Aufgaben übernehmen müssen. Dadurch sind die möglichen Fehlerquellen etwas breiter gestreut als dies beim zentralisierten Ansatz von Collabora der Fall ist.

Beide Lösungen stehen bis zu einer bestimmten Nutzungsgröße kostenfrei zur Verfügung. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen ein Supportvertrag und Lizenzkosten fällig; für gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen bieten beide Hersteller deutliche Preisnachlässe. Übrigens sind beide Online-Offices nicht auf Nextcloud als Datenmanager beschränkt: Auch Owncloud, Seafile, EGroupware und andere werden unterstützt. Der Einstieg fällt in OnlyOffice deutlich leichter als in Collabora, denn die Website von OnlyOffice ist deutlich besser strukturiert und mehr auf Service getrimmt. Man versteht klarer, welche Optionen zur Auswahl stehen.

Es ist wichtig, sich vor der Entscheidung das spätere Nutzungsszenario vor Augen zu führen. Soll das Online-Office das alleinige Werkzeug für alle Nutzer*innen werden oder ist der Einsatz lediglich ergänzend zu lokal installierten Office-Paketen geplant?

Wir haben uns aufgrund des Open-Source-Gedankens für Collabora Online-Office entschieden. Hinter Collabora steht eine britische Firma mit demselben Namen, die sich seit Jahren aktiv in die Entwicklung von LibreOffice einbringt.

Als Variante nutzen wir die kostenlose »Collabora Online Development Edition (CODE)«, da neue Funktionen hier sehr schnell zur Verfügung gestellt werden. Die Aktualisierungen erscheinen alle ein bis zwei Monate. Mit dieser Lösung können maximal 10 Dokumente gleichzeitig geöffnet werden, wobei dann wiederum bis zu 20 Personen parallel in den Dokumenten aktiv sein dürfen.

Der weitere Artikel bezieht sich auf CODE 4.0.5 und die dazugehörige Nextcloud-Erweiterung in Version 3.3.14.

Sobald man im Online-Office einige Augenblicke lang nichts tippt oder tut, wird der Bildschirm mit einem Hinweis auf die Inaktivität ausgegraut. Das hat zum Ziel die begrenzen Ressourcen des Servers anderen Nutzer*innen zur Verfügung zu stellen.

Wie läuft die konkrete Nutzung?

Sobald ein Collabora-Server in Nextcloud eingehängt wurde, ist die Nutzung für Endanwender*innen sehr einfach. Dokumente können direkt über die Web-Oberfläche bearbeitet und kommentiert werden – auch dasselbe Dokument zeitgleich von mehreren Personen. Das Online-Office zeigt dann mit kleinen „Namensfähnchen“ an, wo und von wem gerade geschrieben wird.

Folgende Anwendungen sind verfügbar:
• Textverarbeitung (odt, docx, doc)
• Tabellenkalkulation (ods, xlsx, xls)
• Präsentation (odp, pptx, ppt)

Bestehende Dokumente können aus der Nextcloud heraus über Anklicken des Dateinamens geöffnet werden. Das Anlegen neuer Dokumente funktioniert in der Ordner-Navigation oben beim Symbol [ + ] (siehe Bildschirmausschnitt mit den Schritten 1. und 2.). Die Einträge „Neues Dokument“, „Neue Tabelle“ und „Neue Präsentation“ beziehen sich auf das Online-Office. Standardmäßig werden neue Dokumente im freien OpenDocument-Standard angelegt, also als odt, ods und odp. Collabora/LibreOffice beherrscht jedoch auch andere Formate, wie z.B. CSV oder Microsoft-Office-Dateien.

Durch Ändern der Endung bei „Speichern als“ kann ein anderes Format gewählt werden. Was nicht funktioniert, ist das ledigliche Umbenennen der Dateiendung beim Anlegen innerhalb der Ordner-Navigation!

Vorsicht: Das Online-Office speichert Bearbeitungsstände nicht automatisch und warnt auch nicht beim Schließen von Dokumenten vor einem möglichen Datenverlust! Ungespeicherte Zustände werden als roter Punkt beim Disketten-Symbol (Speicher-Button) angezeigt. Bei mehreren gleichzeitigen Bearbeiter*innen genügt es, wenn eine Person speichert – der rote Punkt verschwindet daraufhin bei allen anderen Bearbeitenden ebenfalls.

Nextcloud übernimmt die Versionierung, d.h. Vorgängerversionen können wieder hergestellt werden. Mehrere gleichzeitige Bearbeiter*innen sehen ihren Cursor gegenseitig durch kleine Fähnchen. Unten rechts ist zudem ersichtlich, wer gerade am Dokument arbeitet. Wenn in Nextcloud ein Chat installiert ist, kann dieser optional offen bleiben und weiter unabhängig vom Office genutzt werden.

Die Zugangsberechtigung zu Office-Dateien erfolgt wie gewohnt über die Nextcloud-Freigaben. Daher können auch Personen ohne Cloud-Account mit am Dokument arbeiten.

Die Sprache der Benutzeroberfläche folgt automatisch der persönlichen Nextcloud-Einstellung. In Dokumenten, in denen es nicht so sehr auf Text ankommt (z.B. Berechnungstabellen, Präsentationsgestaltung), können so sogar Personen mit unterschiedlicher Sprache zusammenarbeiten. Rechtschreibprüfung und Thesaurus sind, abhängig von der Installation, für sehr viele Sprachen verfügbar. Die Sichtbarkeit der einzelnen Sprachen wird von der Serveradministration festgelegt. Weitere Sprachen können jederzeit zentral aktiviert und deaktiviert werden. Nicht nutzbar ist derzeit die in LibreOffice beliebte Extension zur Grammatikprüfung (LanguageTool).

Technischer Tipp: Zusätzliche Sprachen aktivieren

Falls CODE als fertiges Dockerfile installiert wurde, müssen die Sprachen für Rechtschreibung und Synonymwörterbuch/Thesaurus beim Dockerstart in zweistelligen Kürzeln übergeben werden. Wenn man bspw. die Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Russisch aktivieren möchte, würde der Parameter so aussehen:
-e 'dictionaries=de en es fr ru'


Damit der Bildschirm etwas mehr Platz zum Arbeiten bietet, empfiehlt es sich entweder im Menü ANSICHT → VOLLBILD zu wählen oder die browser-eigene Vollbildansicht nutzen (meist erreichbar über Taste F11). Ebenfalls existiert im Online-Office eine Zoom-Funktion, um die Ansicht zu vergrößern bzw. zu verkleinern.

Wer Änderungen für späteres AKZEPTIEREN/ABLEHNEN sichtbar machen möchte, kann den Modus »Änderungen verfolgen« über BEARBEITEN → ÄNDERUNGEN VERFOLGEN → AUFZEICHNEN / ANZEIGEN ein- und ausschalten.

Natürlich werden Änderungen nur mitprotokolliert, während dieser Modus aktiv ist.

Kommentieren und auf Kommentare antworten ist ebenfalls möglich. Die Kommentarfunktion befindet sich in der Symbolleiste oben.

Im Menü EINFÜGEN finden sich »Bild« sowie »Lokales Bild«. Ersteres greift auf die Nextcloud als Quelle zu, Letzteres auf das lokale Gerät. Diagramme (Balken-, Säulen-, Kreis-, Flächen-, Netz-, Streu-, Blasen-, Kursdiagramme) können in der Textverarbeitung ganz normal erstellt und mit Datensätzen hinterlegt werden. Diagrammtypen können über die rechte Maustaste gewählt werden.

Copy & Paste funktioniert überall. Jedoch ist es hilfreich zu wissen, dass Browser hier unterschiedlich gut funktionieren (vor allem wenn die kopierten Inhalte aus unterschiedlichen Elementen zusammengestellt sind). Daher bietet Collabora auch per Mausklick dokumentenintern eine sicherere Kopier- und Einfügefunktion an.

Welche Einschränkungen bestehen im Vergleich zu einem lokal installierten LibreOffice?

Collabora Online hat trotz des LibreOffice-Unterbaus noch nicht denselben Funktionsstand erreicht wie ein lokal installiertes Programm. Während man in der Online-Version also Kollaborationsmöglichkeiten hinzubekommen hat, muss man sich mit ein paar anderen Einschränkungen arrangieren. Gerade Detaileinstellungen und Objekteigenschaften sind häufig noch sehr eingeschränkt konfigurierbar – z.B. fanden wir keinen Weg, die Farben von Formen (skalierbare Zeichnungsobjekte wie Blöcke, Pfeile, Sterne, Herzen usw.) anzupassen. Die folgende Auflistung ist daher auch nicht als abschließend zu verstehen, sondern soll die hauptsächlichen Unterschiede darlegen.

Besonders relevant ist die Frage nach Schriftarten: Hierbei ist zu beachten, dass nur die Schriften genutzt werden können, die auf dem Collabora-Server eingerichtet wurden. Lokal auf dem Endgerät installierte Schriftarten sind für das Online-Office unerheblich. Daher müssen alle Schriften, die für die Nutzer*innen zur Verfügung stehen sollen, vorher einmal zusammengestellt und integriert werden. Dabei ist zu beachten, dass möglicherweise beliebte Desktop-Schriftarten keine Lizenz für die Online-Nutzung mitbringen. Eine mögliche Lösung ist hier auf die mittlerweile unerschöpfliche Quelle hochwertiger, freier Schriften auszuweichen. Eine hervorragende Übersicht hierfür erhält man hierfür z.B. bei Google Fonts (https://fonts.google.com/). Einige der freien Schriftarten sind auch als Ersatz für proprietäre Fonts entwickelt worden.

Technischer Tipp: Zusätzliche Schriften einbinden

Falls CODE als fertiges Dockerfile installiert wurde, muss der Ablageort der zusätzlichen Schriften beim Dockerstart mit übergeben werden. Leider dokumentieren die offiziellen Informationsquellen bisher nicht gut, wie das geht. Wenn man die Schriftarten im Pfad /usr/local/share/fonts/truetype/ abgelegt hat, dann muss der Docker-Startbefehl um folgenden Parameter ergänzt werden: --volume "/usr/local/share/fonts/truetype/:/opt/collaboraoffice6.0/share/fonts/truetype/local/:ro"


Im Online-Office ist das Äquivalent zu LibreOffice Draw noch nicht verfügbar. Vektorzeichnungen (ODW, SVG) können als eigenständige Dokumente bisher nur angesehen und zu PDF konvertiert werden. Vorhandene PDFs können ebenfalls noch nicht weiter bearbeitet werden.

Kennwortgeschützte Dokumente lassen sich öffnen und weiter geschützt speichern, aber nicht neu anlegen (getestet mit ODT). Auch generelle Dateieigenschaften (Autor*in, Schlagworte etc) lassen sich nicht anzeigen oder bearbeiten.

Es ist noch keine Unterstützung für Serienbriefe / Etiketten integriert. Zwar ist die Integration des Online-Office in die allgemeine Nextcloud-Dateiverwaltung sehr gut gelungen, jedoch wäre es besonders wünschenswert, wenn auch der Zugriff auf Nextcloud-Kontakte oder Kalender mit Feldbefehlen möglich würde. Bisher ist das noch Zukunftsmusik. Die bisherige Einbindungsmöglichkeit von „Bereichen“ aus anderen Dokumentquellen z.B. mittels DDE-Befehlen haben wir nicht getestet, da diese Option für den Alltagseinsatz zu sperrig und wenig intuitiv erschien.

Bisher scheint es noch keine Möglichkeit zu geben, Extensions aus LibreOffice einzusetzen. Dies ist besonders wegen der damit fehlenden Grammatikprüfung bedauerlich. Obwohl »LanguageTool« auch als Browser-Erweiterung für Firefox und Chrome entwickelt wird, haben wir keinen Weg gefunden diese Grammatikprüfung dann auch im Online-Office zu nutzen.

Serverlast kontrollieren: Auswirkungen auf Datenschutz und Privatsphäre

Bei Installationsbeschreibungen zu CODE findet man wenig konkrete Informationen dazu, wie stark ein Server sein muss, um das Online-Office für eine Nextcloud zur Verfügung zu stellen. Angaben können hier immer nur ungefähre Schätzungen sein, da der Ressourcenbedarf von der Komplexität der zu bearbeitenden Dokumente abhängt. Als Server für CODE setzen wir einen vServer mit 2 CPU und 8 GB RAM ein. Bei einer zu erwartenden stärkeren Nutzung erweitern wir den vServer jedoch tageweise um weitere Rechenkerne.

Um die tatsächliche Last besser überprüfen zu können, bringt Collabora/CODE ein eigenes Werkzeug mit: Es existiert ein eigenständiger, passwortgeschützter Admin-Zugang (separiert von der Nextcloud-Administration), der für Wartungszwecke vor allem die Prozessorlast und Speicherauslastung anzeigt.

Dort ist allerdings auch einsehbar, welche Nutzer*innen gerade im Online-Office aktiv sind und wie die Namen der aktuell geöffneten Dokumente lauten. Die Dokumente selbst sind nicht einsehbar. Dennoch sollte dies bei der Nutzung den Bearbeiter*innen bewusst sein. Dokumententitel wie „Bewerbungsschreiben neuer Job bei XYZ.doc“ oder „Liebesbrief an ABC.odt“ verraten dann möglicherweise private Dinge.

Technischer Tipp: Zugang zur Lastanzeige schützen

Falls CODE als fertiges Dockerfile installiert wurde, kann beim Start ein Nutzername und Passwort für das Administrationswerkzeug übergeben werden. Der Parameter hierfür lautet:
-e "username=xxxxxxxxx" -e "password=xxxxxxxxx"

Das Admin-Panel ist dann erreichbar über
https://EUREDOMAIN.END/loleaflet/dist/admin/admin.html

Unser Fazit: Sehr alltagstauglich, erfreuliche Zukunftsperspektive

Es ist erstaunlich, welche Funktionalität man dank Collabora Online-Office und Nextcloud mit einem selbst gewählten Serversetting aufbauen kann. Zwar fehlen Collabora noch einige Funktionen eines vollständigen Office-Pakets, aber es ist bereits heute sehr alltagstauglich für die Zusammenarbeit in Teams. Neue Versionen von CODE erscheinen beinahe monatlich und auch die Integration in Nextcloud wird parallel dazu ständig weiter entwickelt.

Etwas schwierig gestaltet sich unserer Erfahrung nach die Supportfrage für Organisationen, die im Bereich bis 50 parallele Nutzer*innen planen und bereits eine Nextcloud betreiben. Hier sollte Collabora als Hersteller noch nachbessern, um potenzielle Kunden besser zu den zur Verfügung stehenden Lösungen oder zu Partnern zu vermitteln.

Was sind eure Erfahrungen mit selbst eingerichteten Online-Offices und insbesondere Collabora? Wir freuen uns über Feedback!

Einladung: Workshop-Reihe Digitale Jugendarbeit #2

Mit unserer Workshop-Reihe wollen wir Digitale Jugendarbeit in Theorie und Praxis voranbringen. Der Workshop #2 findet am 11. September 2019 von 10 bis 16 Uhr in Berlin statt.

Foto: Philipp Katzenberger/Unsplash (CC0)

Unsere Ziele für die Workshop-Reihe sind: Praktische und konkrete Herausforderungen der Digitalen Jugendarbeit meistern, kollegialen Austausch fördern und eine DBJR-Strategie zu Digitaler Jugendarbeit entwickeln. Der Theorieteil am Vormittag richtet sich vor allem an Aktive in Jugendverbänden, ist aber offen für Interessierte. Der Praxisteil am Nachmittag ist insbesondere für Menschen aus der Jugendarbeit gedacht, die schon mit Fragen und ihrer Suche nach Lösungen zum Workshop kommen und diese Erfahrungen in die Diskussion einbringen möchten.

Im Praxisteil werden wir uns diesmal besonders Aspekten von Wissensmanagement, Qualifizierung und dem Einsatz von Mixed Reality (Virtual Reality, Augmented Reality usw.) zuwenden.

Die ANMELDUNG ist bis 2. September möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Reisekosten werden nicht erstattet. Bei Fragen meldet euch einfach bei per E-Mail bei digital@dbjr.de.

Antragsgrün 4.2.3: Zugangsschutz praktisch gedacht

Nutzung eines gemeinsamen Zugangspassworts nun pro Veranstaltung möglich

Das neue Antragsgrün 4.2.3 verbessert den einfachen Zugangsschutz, der in Version 4.2.2 eingeführt wurde: Als Alternative zu individuellen Nutzerkonnten war es bisher nur möglich ein gemeinsames Passwort als Zugangsschutz für die gesamte Instanz festzulegen. Das bedeutete, dass alle Veranstaltungen automatisch mit diesem Passwort vor Zugriffen von außen geschützt waren. Tatsächlich ist es aber so, dass oftmals einzelne Veranstaltungen geschützt, andere aber öffentlich einsehbar sein sollen. Diesem Wunsch vieler einsetzender Organisationen wurde nun Rechnung getragen. Das gemeinsame Passwort ist nun pro einzelner Veranstaltung definierbar.
Davon unberührt sind natürlich Admin-Accounts, die man immer noch zum Verwalten braucht, und die sich unabhängig vom gemeinsamen Passwort einloggen.

Kleinere Fehlerbehebungen und Sicherheitsaktualisierungen

Es wurde ein Fehler behoben, der beim Zusammenspiel von automatischen Benachrichtigungen zu einer Veranstaltungen und nicht mehr existierenden (gelöschten) Accounts auftrat. Außerdem wurden einige Systembibliotheken aktualisiert.

Wie bekommt man die neue Version?

Wir empfehlen euch die neue Version über den Online-Updater im Backend von Antragsgrün einzuspielen. Der Aktualisierungsvorgang erfordert nur wenige Mausklicks und ist in weniger als einer Minute abgeschlossen.
Wenn ihr Antragsgrün erstmalig installieren möchtet, erhaltet ihr die Installationsdateien direkt im öffentlichen Github-Repository: https://github.com/CatoTH/antragsgruen/releases. Die Installations-Datei (z.B. als ZIP) muss entpackt und in ein Verzeichnis bei eurem Webhoster transferiert werden. Beim ersten Aufruf des Verzeichnisses über euren Browser startet der Einrichtungsassistent, der die Datenbank und die erste Veranstaltung anlegt.

Nextcloud Text: Ein Etherpad-Ersatz für alle?

Ende Juni wurde der quelloffene, kollaborative Texteditor »Text« von Nextcloud veröffentlicht. Das erklärte Ziel der Nextcloud-Entwickler*innen ist es, einen Rich-Text-Editor für die produktive Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Eine gute Gelegenheit also, diesen Texteditor mit den bereits etablierten Etherpads zu vergleichen.

Wir vergleichen im Folgenden die jeweils aktuelle Version Nextcloud Text 1.0.1 mit Etherpad lite 1.7.5.

Los geht’s!

Um Nextcloud Text (Grafik links) zu nutzen, muss erst eine Textdatei (.txt) oder ein Text-Dokument (Markdown) angelegt werden. Bei Etherpads macht es hingegen keinen Unterschied, ob man ein neues Textpad anlegen oder einem bestehenden Pad beitreten möchte.

Etherpad – komfortabel bei der Nutzung, aber aufwändige Servereinrichtung

Seit mehreren Jahren bieten Etherpads eine sehr komfortable Möglichkeit kollaborativ Texte zu verfassen. Wir betreiben im Rahmen des Projekts jugend.beteiligen.jetzt den öffentlichen Etherpad-Server yourpart.eu, der allen Interessierten sofort kostenfrei zur Verfügung steht. Mehr als einen Browser benötigt ihr nicht, um sofort loszulegen.

Es stehen einige Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung, u.a. verschiedene Schriftgrößen, Fettung, Kursiv, Unterstreichung, Einrückung und Aufzählungsvarianten. Tabellen oder Grafik-Einfügung sind standardmäßig nicht vorgesehen.

Wenn mehrere Personen an einem Dokument arbeiten, wird die Bearbeitung im Etherpad sehr klar angezeigt: Textbeiträge von jeder Person sind farblich anders unterlegt; zusätzlich steht ein Chatfenster zum Austausch bereit. Erstellte Texte lassen sich über Exportfilter für andere Zwecke weiter verarbeiten. Der Funktionsumfang hängt hier jedoch davon ab, welche Zusatzpakete installiert wurden (z.B. AbiWord oder LibreOffice für die Filter).

Ältere Textversionen lassen sich jederzeit wieder herstellen, indem ein Uhrensymbol für den „Bearbeitungsverlauf“ (engl. time slider) angeklickt wird. Hier kann über einen Schieberegler jede Bearbeitung zurückverfolgt werden. Besondere Versionsstände können durch ein Sternchen favorisiert werden. Wen die unterschiedlichen Farben der Autor*innen stören, kann den aktuellen Stand auf neutral setzen.

Bei Etherpads lässt sich anhand von Farbhinterlegungen leicht verfolgen, welche Textteile von welcher Person bearbeitet wurden. Ein einfacher Chat, der rechts unten eingeblendet wird, erlaubt Diskussionen.

Der sehr einfachen und spontanen Nutzung von Etherpads steht eine recht aufwändige Einrichtung des Servers entgegen. Ein bestehendes Webhosting-Paket als Serverbasis ist leider nicht ausreichend. Die diversen Erweiterungsmodule von Etherpad sind unterschiedlicher Qualität und nicht selten findet man sich beim Einrichten mit einem lahmgelegten Server wieder.

Wenn man öffentliche Etherpad-Server nutzt, stehen zudem meist keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung, um die einmal veröffentlichten Texte wieder zu entfernen. Hierzu muss dann entweder der Serverbetreiber kontaktiert werden oder man nutzt bei yourpart.eu das automatische Vergessen nach 30 Tagen Inaktivität. Ein Login-System steht meist nicht zur Verfügung. Für Texte mit personenbezogenen Daten sind Etherpads daher eher nicht geeignet.

Mehr erfahren: https://etherpad.org

Exkurs: Warum kein Online-Office?

Für eine kollaborative Dokumentenbearbeitung böten sich bekannte Online-Office-Produkte natürlich besonders an. Auch sie können über den Browser genutzt werden. Der Funktionsumfang nähert sich zunehmend lokal installierten Office-Paketen an. Im Rahmen dieses Artikels lassen wir diese Lösungen bewusst außen vor:

  • Die Funktionsvielfalt von Online-Office-Lösungen stellt häufig einen absoluten „Overkill“ dar, wenn man nur gemeinsam kreativ sein und kurzfristig Texte entwickeln möchte.
  • Bei den großen kommerziellen Anbietern wie Google oder Microsoft wären zuerst die Fragen der Datenerhebung und -verarbeitung zu klären (z.B. Kritik von Datenschutzbeauftragten wie hier oder hier zu Office 365).
  • Lösungen wie Collabora Online-Office oder OnlyOffice, die auf einem eigenen Server installiert werden können, sind wiederum in der Anzahl der kostenfreien Nutzer*innen eingeschränkt.

Der Newcomer: Nextcloud Text

Das Open-Source-Projekt »Nextcloud« ist ursprünglich als quelloffene und kostenfreie Software zum Dateiaustausch gestartet. Zur Selbstinstallation ist Nextcloud sehr genügsam und läuft bereits auf günstig mietbaren Webhosting-Paketen (mit PHP und einer SQL-Variante). Im Laufe der Zeit erhielt Nextcloud mehr und mehr Groupware-Funktionalität. Die meisten Erweiterungen (sogenannte „Apps”) lassen sich über eine Ein-Klick-Installation hinzufügen. Eine dieser Erweiterungen ist der neue Editor »Text«. Unter Nextcloud 16 ist die Einrichtung in wenigen Sekunden erledigt. In der kommenden Nextcloud-Version 17 wird »Text« sogar standardmäßig enthalten sein.

Die Nutzeroberfläche von »Text« ist bewusst schlicht und aufgeräumt gehalten, damit man sich auf die eigentliche kreative Textarbeit konzentrieren kann. Wie der Name schon vermuten lässt, werden Dateien im Textformat verarbeitet. Dabei können sowohl einfache .txt-Dateien wie auch umfangreich gestaltete Markdown-Dateien (Endung .md) genutzt werden. Dabei stehen dann dieselben Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung wie beim Standard-Etherpad: Von Fettung, Kursiv bis hin zu Überschriftstypen, Aufzählungen oder Einrückungen. Je nach Dateiendung .txt oder .md wechselt »Text« den Darstellungsmodus und blendet die Formatierungsbuttons aus oder ein. Einen Umschalter auf die direkte Bearbeitung von Markdown (also ohne grafische Darstellung) scheint es aber noch nicht zu geben.

Zusätzlich können Grafiken/Fotos eingebunden werden, eine Funktion die den Etherpads fehlt. Hierzu bietet »Text« einen komfortablen Auswahldialog zu den Dateien in der Nextcloud an. Grafiken aus anderen Internetquellen können per Drag & Drop einfach ins Dokument hineingezogen werden. Grundsätzlich muss man allerdings beachten, dass das Dokument – egal aus welcher Quelle die Grafiken eingefügt wurden – natürlich nur den Link speichert und nicht die Bilddatei selbst. Das kann bei Bildmaterial aus zugangsbeschränkten Quellen dazu führen, dass nicht alle Mitschreibenden auch tatsächlich alle Bildinformationen sehen können. Zudem sind eingebettete Bilder (derzeit) nicht in ihrer Darstellung veränderbar – das Original muss also schon die richtige Größe und Orientierung haben.

Vermisst haben wir eine visuelle Unterscheidung bzgl der Textautor*innen. Gerade bei einem auf Kollaboration abzielenden Texteditor wäre es ungemein praktisch zu sehen, an welchen Stellen die Mitschreibenden etwas ergänzt oder verändert haben. Auch ist die Textsynchronisation zwischen mehreren Nutzer*innen mitunter etwas schwerfälliger als dies bei einem gemeinsamen Etherpad der Fall ist.

Dank der Nextcloud-Versionierung lassen sich frühere Versionen wieder herstellen. Allerdings ist dies nicht ganz so komfortabel wie der Zeitschieber in Etherpads: Nextcloud entscheidet mehr oder weniger automatisiert, welche Zwischenstände vorgehalten werden.

Selbstverständlich nutzt die App den Unicode-Zeichensatz mit UTF-8-Formatierung. Das bedeutet konkret, dass auch Emojis und andere Schriftsysteme in unseren Tests keine Hürde darstellen. Aus Websites kopierte Tabellen waren häufig noch originalgetreu(er) dargestellt als beim Etherpad, bei dem aus den Tabellen meist eine Art Fließtext-Schlauch wurde.

Tipp: In unseren Installationen haben wir uns dafür entschieden, den bisherigen nicht-kollaborativen Texteditor (ungenutzt) installiert zu lassen, damit Nextcloud als Option zur Dateierstellung nach wie vor „Neue Textdatei“ anzeigt (für .txt). Der neue Editor bietet nämlich standardmäßig nur „Neues Text-Dokument“ an, was dann ggf. erst von .md in .txt umbenannt werden muss. Dies ist für Nutzende eher umständlich. Markdown selbst bietet Potenzial für komplexere Gestaltung, jedoch ist das Format bei durchschnittlichen Nutzer*innen wohl noch weniger bekannt.

Wer Nextcloud in föderierten Kontexten verwendet, sollte daran denken, dass gleichzeitige Textbearbeitung nur dann funktioniert, wenn alle Beteiligten in derselben Nextcloud-Instanz aktiv sind.

»Text« befindet sich noch in einem recht jungen Entwicklungsstadium. Dennoch läuft es bereits stabil und tut zuverlässig seinen Dienst. Die vermutlich stärksten Argumente für Nextcloud Text sind die sehr viel einfachere Inbetriebnahme eines eigenen Servers und die umfangreiche Möglichkeit, unterschiedliche Zugangsrechte pro Dokument zu vergeben. Dies kann von reinem Mitlesen bis hin zum Erstellen und Löschen von Dokumenten reichen, sowohl eingeloggt wie auch mit anonymen Teilnehmenden.

Mehr erfahren: https://apps.nextcloud.com/apps/text

Unser Fazit

Die Etherpad-Software wird seit vielen Jahren entwickelt und ist durch die farbliche Hervorhebung der unterschiedlichen Autorenschaft, der Stabilität bei vielen gleichzeitigen Nutzer*innen, einen gut erreichbaren Chat und die vielfältigeren Exportmöglichkeiten besser auf Kollaboration eingerichtet als Nextcloud Text. Dennoch bringt »Text« nicht zu unterschätzende Vorteile mit sich: Frei definierbare Nutzerrechte, einen sehr viel einfacheren Eigenbetrieb, Umgang mit Grafiken und nicht zuletzt die unglaublich aktive und hilfsbereite Nextcloud-Community. Wer Texte nicht-öffentlich erstellen und verwalten möchte, wird mit Nextcloud Text wahrscheinlich glücklicher als mit Etherpads.

Vorteile von Etherpads

  • Jede*r kann ohne Vorbereitung sofort mitmachen. (Diverse öffentliche Server stehen zur Verfügung.)
  • Die Autorenschaft der Textteile ist durch farbliche Hinterlegung unterscheidbar und bei der parallelen Bearbeitung dadurch aus schneller zu verstehen.
  • Mit dem Zeitschieber kann jeder Zustand wieder hergestellt werden.
  • Zeilennummerierung, um bei längeren Dokumenten schnell die richtige Textstelle wieder zu finden.
  • Vielfältige Import- und Exportfunktionen installierbar.
  • Chat etwas intuitiver als in Nextcloud erreichbar (allerdings auch funktional eingeschränkter).

Vorteile von Nextcloud Text

  • Zugriffsrechte können bewusst gesetzt werden, daher auch für Dokumente mit personenbezogenen Daten geeignet.
  • Ein eigener Nextcloud-Server ist viel einfacher aufzusetzen und kostengünstiger zu betreiben als ein Etherpad-Server.
  • Ablenkungsfreies Schreiben (die Nutzeroberfläche ist bewusst sehr zurückhaltend gestaltet).
  • Intuitives Einfügen von Bildern.
  • Markdown erlaubt auch komplexere Formatierungen.
  • Texte können sehr einfach auch wieder komplett gelöscht werden.

Antragsgrün – die wichtigsten Tipps und Tricks

Seit mehreren Jahren entwickelt der DBJR mit an der Software »Antragsgrün«. Damit können Texte gemeinsam und demokratisch erstellt werden. Wir haben in diesem Artikel für euch die wichtigsten Punkte zusammengetragen, die einen erfolgreichen Start mit Antragsgrün erleichtern.

Antragsgrün auf Tablet
Antragsgrün auf einem Tablet (Foto: Michael Scholl)

EINRICHTUNG

Antragsgrün kann entweder selbst installiert werden, z.B. parallel zur eigenen Website, oder bei antragsgruen.de mitgenutzt werden. Wenn man die Software selbst betreibt, ist die Nutzung kostenlos und kann frei selbst verändert und angepasst werden. Eine englische und französische Sprachversion steht zur Verfügung.

Antragsgrün denkt in „Veranstaltungen“ (englisch leider etwas missverständlich als „consultations“). Eine Veranstaltung ist dabei beim Aufruf der Hauptadresse zu sehen, die weiteren sind durch ein angehängtes Kürzel wie /web/vollversammlung2019 erreichbar. Die auf der Startseite sichtbare Veranstaltung kann jederzeit geändert werden.

Pro Veranstaltung können Nutzerrechte unterschiedlich festgelegt werden. Die Sprache der Installation ist allerdings nur einmal für das Gesamtsystem festlegbar.

Von Seiten des Orga-Teams können mehrere Personen gleichzeitig mit demselben Admin-Account eingeloggt sein. Zu beachten ist, dass man nicht parallel dieselben Anträge/Dokumente verändert, da Antragsgrün dies nicht beherrscht.

Das Logo links oben kann pro Veranstaltung neu festgelegt werden.

Der einführende Text für eine Veranstaltung kann mit Grafiken und anderen Elementen erweitert werden. Allerdings sollte die Einführung nicht zu lang ausfallen, da die Teilnehmenden sonst zu viel scrollen müssen.

Alle Labels, Buttontexte, System-Mails usw. können zentral über „Sprache anpassen“ verändert und an die Begriffe in der eigenen Organisation angepasst werden. Der Ursprungszustand pro Element ist jederzeit wieder herstellbar.

In der Grundeinstellung werden pro Veranstaltung mehrere Anträge aufgelistet. Eine Tagesordnung kann angelegt werden, ist aber optional. Und eine Minimalfassung ist ebenfalls möglich: Beim Aufruf von Antragsgrün erscheint dann genau ein Antrag.

Tipp: Onlineübersetzung einbinden, z.B. Google-Translate. Das geht am einfachsten, wenn man den Dienst direkt aufruft, die gewünschte Sprachkombination und als Übersetzungsquelle die Adresse der eigenen Antragsgrün-Installation eingibt. Der so entstandene Link kann dann wiederum kopiert und in den Infobereich in Antragsgrün als Link eingebaut werden.

Beispiel DBJR (www.dbjr.de/antrag -> ein Schrägstrich in der eigenen Adresse wird übertragen in %2). Die Übersetzung erfolgt aus dem Deutschen (de) ins Englische (en):
https://translate.google.de/translate?sl=de&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=https%3A%2F%2Fwww.dbjr.de%2Fantrag&edit-text=

ANTRAGSVERWALTUNG

Im Standard bestehen Anträge aus einem Titel, einem Antragstext und einer Begründung. Die Elemente können erweitert/gekürzt werden („Antragstypen“), wenn man z.B. den Text noch in einer weiteren Fassung (kindgerecht o.ä.) beraten werden soll.

Der Wortlaut des Originalantrags kann von Seiten des Orga-Teams redaktionell bearbeitet werden (z.B. um Tippfehler zu korrigieren), allerdings darf dies nicht mehr geschehen, sobald ein erster Änderungsantrag eingegangen ist. Es könnte sonst sein, dass Antragsgrün die Änderungen nicht mehr zuordnen kann. Status und Eigenschaften von Anträgen und Änderungsanträgen können jederzeit geändert werden.

Das Orga-Team entscheidet, ob Anträge und Änderungsanträge freigeschaltet werden oder ohne manuelle Kontrolle sichtbar sein können. Ebenfalls können sie entscheiden, ob nur eingeloggte Nutzer*innen Anträge stellen können. Seit Juni 2019 ist es zudem die Möglichkeit geben für eine Veranstaltung ein gemeinsames Zugriffspasswort zu vergeben, so dass der generelle Zugriff zwar nicht frei ist, die Nutzer*innen aber danach frei bzgl. der Angaben sind.

LIVE DISKUTIEREN

Der Modus „Änderungsanträge einpflegen“ ermöglicht eine Live-Diskussion z.B. über eine Visualisierung auf eine gemeinsame Leinwand. Zudem können die Zwischenstände auch von anderen Endgeräten abgerufen werden, wenn dies während der Live-Beratung so aktiviert wird. Die Zwischenstände werden einmal minütlich aktualisiert. Sie bieten den Teilnehmenden den großen Vorteil, dass sie im Text nach oben und unten wandern können, während auf einer Leinwand nur ein bestimmter Teil angezeigt wird.

Tipp:

  • Fürs Beamen wird empfohlen die Vollbildansicht im Browser zu aktivieren (in der Regel über Taste F11 an/aus). Zudem kann mit STRG + und STRG – oder über STRG und Mausrad die Zoomansicht im Browser verändert werden. Damit kann die zur Verfügung stehende Leinwand bestmöglich ausgenutzt werden.

Zeilennummern: Durch papiergebundene Diskussion sind Teilnehmende sehr stark an Zeilennummern gewöhnt. Da Antragsgrün jedoch jegliche Änderungen, also sowohl Einfügungen wie auch Löschungen, live anzeigt, sind Zeilennummern eher hinderlich und werden daher auch nicht angezeigt. Es ist sinnvoll bei mündlicher Beratung den aktuellen Absatz oder Satz einfach konkret zu nennen („Im Absatz, der mit den Worten xyz beginnt…“).

Bei konkurrierenden Änderungsanträgen soll meistens die am weitest reichende Änderungen zuerst besprochen werden. Antragsgrün zeigt zwar an, dass Änderungsvorschläge konkurrieren, kann aber natürlich nicht inhaltlich die Qualität der Änderungen erkennen. Hier muss die Moderation inhaltlich eingreifen und die Diskussionsreihenfolge selbst festlegen.

Grundsätzlich gibt es zwei Modi in Antragsgrün: Ein Änderungsantrag kann sich auf nur eine oder auf beliebig viele Änderungsanträge im Text beziehen. Änderungsanträge über mehrere Stellen werden jedoch von Antragsgrün nicht in Abhängigkeit zueinander gesetzt, sondern einfach nacheinander aufgerufen. Hier ist der/die Antragstellende in der Aufgabe ggf. Abhängigkeiten mündlich zu erläutern. Aus Erfahrung empfehlen wir eher nicht, dass Antragsgrün so eingestellt wird, dass für jede Textänderung ein neuer Änderungsantrag gestellt werden muss – der organisatorische Aufwand zum Stellen und Freigeben ist dann einfach recht groß.

Tipps:

  • Über STRG F kann in den meisten Browsern nach Wörtern gesucht werden.
  • Wenn man mal einen Fehler gemacht hat, auch kein Problem: STRG Z macht die letzte Text-Aktion wieder rückgängig.
  • Sollten mehrere mündliche Vorschläge ausgesprochen werden, können sie als Alternativen temporär in den Text für die Leinwand geschrieben werden, z.B. mit eckigen Klammern markiert.

Änderungsanträge von Teilnehmenden können während der Live-Beratung nicht mehr schriftlich automatisch angenommen werden: Es gilt der Stand zu dem der Modus „Änderungsanträge einpflegen“ aktiviert wurde.

Ab Sommer 2019 kann auch das Abstimmungsergebnis zu einem Antrag erfasst werden.

AKTUELL HALTEN

Antragsgrün kann über einen Web-Updater direkt aus der Administrationsoberfläche auf neue Versionen aktualisiert werden. Der Vorgang dauert in der Regel nur wenige Momente – jeweils mit einem eigenen Vorgang für den Programmcode und für die Datenbank-Struktur.

Wenn während der Nutzung von Antragsgrün unklare Probleme auftreten, dann kann eine Log-Datei eingesehen werden unter /runtime/logs/app.log. Die Einträge sind dabei sehr ausführlich gehalten.

Generell ist zu empfehlen, den Server immer einigermaßen aktuell zu halten. Dasselbe gilt für Browser, die mit Antragsgrün arbeiten sollen. Von der Nutzung des Microsoft Internet Explorer muss abgeraten werden, da er seit vier Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird (Microsoft hat mit dem Browser Microsoft Edge einen Nachfolger im Angebot). Wir testen vor allem unter Mozilla Firefox, Chromium & Google Chrome, Apple Safari.

HILFE UND INFOS BEKOMMEN

Habt ihr noch weitere Tipps für Antragsgrün? Lasst es uns wissen!